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während er noch Kronprinz war, der Buchhändler Haude durch ein beſonders eingerichtetes Stübchen heimlich mit den Erzeugniſſen der Wiſſenſchaft bekannt gemacht hatte, die ihm ſein ſtrenger Vater verweigerte. Seit jener Zeit hat ſich die Spener'ſche Zeitung der beſon dern Gunſt der Monarchen zu erfreuen ge habt. Von Friedrich II. weiß man, daß er ſelbſt einige Artikel in der Zeitung verfaßte, und Aehnliches glaubt man auch von ſeinen Nachfolgern zu wiſſen. Dem Vernehmen nach wird der jezige Beſizer, k. Bibliothekar Dr. Spiker, ſein ganzes Perſonal über Land führen, und dort glänzend bewirthen, ſo daß in kleinem Kreiſe dieſes Feſt noch heiterer werden kann, als das des Buchdruker⸗ jubiläums.

Neapel. Beinahe ein Drittel der Stadt Pompeji iſt jezt ausgegraben, dreißig Straßen ſind dem Beſucher zu⸗ gänglich. Man hat auch die Mauern, welche die Stadt umgaben, entdekt; ein prachtvolles Amphitheater, ein Thea⸗ ter, das Forum, die Tempel der Iſis und der Venus und eine Menge anderer Gebäude ſind vom Schutte befreit, und man hat ſelbſt die geheimen Treppen gefunden, auf welchen die Brieſter zu den Altären ſchlichen, um die Orakel zu verkünden. Unmöglich kann man ſich des Gefühls der Trauer u. der Schwer- muth erwehren, betrachtet man die Denkmale, welche uns die größten Auf ſchlüſſe über das öffentliche und Privat leben der Römer geben. Sieht man un⸗ ter dem Erdſturze den Abdruk des Bu ſens einer Frau, die, lebendig begraben, erſtikte, ſieht man die Steinumfaſſung des Brunnens, ausgeſchliffen durch die Ziehſeile; betrachtet man das Wacht haus, mit Karrikaturen von Soldaten bemalt: ſo glaubt man, die alten Ve wohner lebten noch, und man befände

ſich, ein Fremder, in ihrer Stadt. Wer weiß, was uns künftige Entdekungen in dieſen erhabenen Ruinen noch Alles lehren! Murat beſchäftigte bei den Aus grabungen immerfort 2000 Menſchen, jezt ſind nur 60 hier in Arbeit, und jährlich werden etwa 7000 Thaler dazu verwandt. Die Ausgrabungen ſchreiten

daher ſehr langſam voran, wie groß auch

das Intereſſe ſein mag, welches der nig von Sizilien daran nimmt. Wer die alten Römer ſtudiren will, darf nicht nach dem ſo oft zerſtörten und umgemo delten Rom gehen, er muß Pompeji beſuchen. Pompeji gibt hinſichtlich der klaſſiſchen Alterthümer mehr Aufſchlüſ ſe, als ganz Italien.

London. Der Schuß eines nichts würdigen, engliſchen Marqueurs gegen die Königin von England hat bekannt⸗ lich viel Knall-Effekt hervorgebracht, wie faſt alle Spalten unſerer Zeitungen beweiſen. Und doch iſt es am Ende eine bloße Renommage eines ehrſüchtigen Querkopfes. Da man ungeachtet alles Nachſuchens noch keine Kugel gefunden, ſchließt man mit Recht, der Burſche habe blind geſchoſſen, nur um ſich be rühmt zu machen. Und wie lange wird es dauern, ſo gibt ein gemeiner litera riſcher Spekulant eine Biographie von ihm heraus!? Mit ſolchen entſchiedenen Nichtsnuzigen ſollte man nicht viel Fe⸗ derleſens machen, ſondern einen ganz kurzen, ſtillen Prozeß. Ein Mordanfall auf ein weibliches Weſen, auf eine ge liebte Königin, wie ſich eben jezt deut lich erweiſt, iſt zu abſcheulich, als daß man erſt lange fakele. Der verrükte Marqueur denkt ſonſt Wunder, was er für eine Heldenthat vollbracht.

Leipzig. Hier ſindGutten⸗ bergstänze erſchienen, darunter ein Guttenberg-ſchottiſcher Walzer und einFauſt⸗Galopp.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.