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ferendar(Hr. Moritz), der lieblichen Afanaſia(Dlle. Nowak), dem Roman tiker Braus(Hr. Dobritz), der brillan⸗ ten Kokette Laura(Mad. Heim), dem drolligen Poſtmeiſter-Vaar(Hr. Gerſtel und Mad. Maurer) und den zwei höchſt ergözlichen Konrektors-Töchtern?(Mad. Wittmann und Schmidt, welche durch ihre höchſt charakteriſtiſch-komiſche Toi⸗ lette ſchon beim erſten Auftreten einen dreimaligen Beifallsſturm und bis zum Abgange fortdauerndes ſchallendes Ge lächter erregten) ein ſo intereſſantes be lebtes Tableau dar, und dieſe wichti gern Geſtalten des Luſtſpiels wurden von den Darſtellern der kleinern Rol len, zumal der drei Offiziere(die Her ren Torny, F. Schmidt und Auguſti) ſo ſorgſam und fleißig unterſtüzt, daß ein in jeder Rükſicht vollkommen gerun⸗ detes Ganze die Zuſchauer erfreuen und befriedigen mußte, und wäre bei uns das Hervorrufen der einheimiſchen Schau ſpieler nicht verboten, dieſe Auszeich⸗ nung, womit übrigens unſer Publikum nicht verſchwenderiſch iſt, würde wahr⸗ ſcheinlich mehreren Mitgliedern zu Theil geworden ſein.(Bohemia.)

Berlin. In dem am 25. Juni eröffneten hieſigen königl. Theater ſprach Mad. Crelinger vor der Vorſtellung von Goethe'sIphigenia, eine von Fr. Förſter gedichtete Rede, welche in dem Ausdruk des Schmerzes über den hin geſchiedenen Monarchen und dem Gruß an das neue Königspaar den allgemein ſten Anklang fand.

Literatur.

Literariſches Portfolio. Der amerikaniſche Schriftſteller Dwight, zu Greenfield in Connecticut, urtheilt über Europa folgendermaßen:Wirf mit for⸗ ſchender Vernunft einen Blik auf Eu ropa! Was ſtellt es Dir dar? Was ſiehſt Du in ſeinen Verfaſſungen? Flik⸗

werk, alte, abgenuzte, kaum noch zu⸗ ſammenhängende got hiſche Kleider. Alles in Europa iſt Kontraſt: abgeſchmakter Pomp und kriechende Niedrigkeit, die angehalten wird, jenen Pomp zu ver ehren; ungeheurer Reicht hum, unge heure Armuth; Müßiggang im Ueberfluß, verſchmachtende Dienſtbarkeit: prachtvolle Tempel, raſender Unglaube. Allent halben Kriminal gefängniſſe, alle voll von Elenden jeder Art; Köpfe und Herzen, von der ſchmuzigſten Hütte bis zum glänzendſten Pallaſt, von Moden ent zükt, auf Mo den ſtolz. Alles iſt feil in Europa: Treue, Freundſchaft, Liebe, öffentliche

Aemter, Religion, Bibel und Eide. Nicht leichter kann ſich das Chamäleon verändern, als dort die Geſichter. Ein europäiſches Geſicht weiß jeden Augen⸗ blik zu gefallen, weiß aber auch jeden Augenblik zu täuſchen. Vemerke die eu⸗ ropäiſchen Zungen; ſie find ſchnell, wie die Schlangen, Schmeicheleien u. Ver⸗ läumdungen in einem At hem zu ziſchen.

Mignon-Beitung.

Paris. An der Pariſer Oper nennt man die kleinen Mädchen, welche Tän zerinen werden wollen und die vorläu fig bei Gruppirungen als fliegende Ge nien benuzt werden, Ratten. Sie ſind acht bis fünfzehn Jahre alt; eine Ratte von ſechszehn Jahren iſt eine be⸗ reits verblühte Ratte, eine alte Jung⸗ fer unter den Ratten. Um dieſe Zeit ſind ihre Studien bereits ziemlich voll endet, ſie tanzt mit, ihr Name prangt auf dem Zettel, ſie wird nun Tiger.

Berlin. Am 4. Juli wird die Haude und Spener'ſche Zeitung ihr hundertjähriges Stiftungsfeſt, u. wie man vernimmt, ziemlich glänzend, jedoch nur im Bereich ihres Arbeiterperſonals begehen. Aus einem Liede in Holtei's Leonore iſt bekannt, daß Friedrich der Große das Privilegium zu dieſer Zeitung als beſondere Vegünſtigung u. Erkenntlichkeit dafür ertheilte, daß ihn,