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Mittwoch

Theater.

Pe ſſt h.(Neue parodirende Poſſe. Hr. La Roche.) Hrn. v. Frankenburg's Parodie auf Weber's Oberon, unter dem Titel:Obenan, Zechmeiſter der Elfer, kam am 4. d. M., als Benefiz des Hrn. Gäde, zur erſten Aufführung. Wir ehren in dem Verfaſſer ein ſehr beachtenswert hes Ta lent, das in der Literatur ſchon viel Verdienſtliches zu Tage förderte und auch in dramatiſcher Hinſicht, durch ſeine Voſſe:der ſeltene Nebenbuh ler, entſchiedenen Beruf bewährte. Al lein gegenwärtige Voſſe können wir nicht viel mehr als eine Gallerie poſſierlicher Schwänke, ergözlicher Wortſpiele u. wizi ger Tiraden anſehen, wobei der Verfaſ ſer einen tüchtigen Humor geltend macht; nur hätten wir ihm hie und da gerne zugerufen: Regardez les Dames, Mon- sieur! Nur den Anſtand nicht ver lezen. Die Parodirung folgte ſo ziemlich Schritt vor Schritt dem Ori ginale, und Manches iſt ſinnig u. drol lig metamorphoſirt; nur leidet Alles an einer zu ſtarken Dehnung. Weniger Dia log, mehr Handlung; weniger Raiſon nements, mehr Abwechslung; über haupt mehr komiſche Situationen und Thea tercoups würden dem Ganzen ſehr er

8. Juli. 1840.

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ſprieslich geweſen ſein; die Poſſe dürfte ſich wohl viel leichter leſen, als, unbe ſchadet der Dekorationen ausObe ron, anſehen laſſen. Die Aufnahme der Poſſe war übrigens beifällig. Man lachte viel und der Verfaſſer ward nach dem zweiten Akte gerufen. Geſpielt wurde von den Herren Rott, Zöllner, Gäde und Roſenſchön recht löblich. Mad. Klimmetſch ſah recht gut aus, aber ihre Rolle ſchien ihr nicht zuzuſagen. Am 5. Juli eröffnete Hr. La Roche, k. k. Hofſchauſpieler, ſein Gaſtſpiel als Franz Moor, in Schiller'sRäubern. Schon oftmals ſah ich dieſen Künſtler in dieſer Hyperſchurkenrolle und jedes Mal verſezt mich ſeine wahrhaft koloſ ſale Kunſtleiſtung in gerechtes Erſtau nen. Jene eiſerne Konſequenz der Durch führung, jenes charakteriſtiſche Auffaſſen der Rolle, wodurch dieſer Franz, dieſer Extrakt aus dem Shakeſpeare'ſchen Ri chard, zur intereſſanten Bühnengeſtalt erhoben wird, der wir ſelbſt im gänzli chen Zerriſſenſein mit ſich ſelbſt nicht ein Fünkchen Theilnahme ſchenken können, die uns in ihren Gewiſſensqualen ein Abſcheu erregendes Bild wird, von dem wir den Blik vergebens abzuziehen uns beſtreben ſo erfaßt La Roche jene Schiller'ſche Jugenddichtung, und ſeine Darſtellung iſt ein ſchönes Monument,