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geln des Sazes genau beobachtet, von Fantaſie, der allein belebenden, iſt in ſelber aber nur wenig zu verſpüren. „Lucia di Lammermoor“, am 5. d. M. zum Vortheile des braven' Tenors Salvi gegeben, feierte einen wahren Triumph. Mad. Ranieri⸗Marini wurde darin eben ſo ausgezeichnet, als der von längerer Unpäßlichkeit wieder ganz hergeſtellte Nerini.(Echo.)
Nteratur.
Literariſches Portfolio. Mit 1. Juli d. J. erſcheint in Lemberg eine neue belletriſtiſche Zeitſchrift, betitelt: „Galizia“, herausgegeben von Jo— ſeph Edlen von Mehoffer, dem frü— hern verdienſtvollen Redakteur der„Mne— moſyne.“ Das Blatt erſcheint wöchent⸗ lich dreimal auf ſchönem Velinpapier. Der halbjährige Preis iſt 5 fl. C. M. Das vor uns liegende Probeblatt läßt Vorzügliches erwarten.— Ueber die po⸗ litiſchen Journale in Deutſchland ſprach die Leipziger Allgemeine Zeitung vor Kurzem ein treffendes Wort.„Den deutſchen Zeitungen“, ſagt ſie in einem Berichte aus Hannover,„wird häufig, und wohl oft nicht mit Unrecht, der Vorwurf gemacht, daß ſie zwar über franzöſiſche und engliſche Parlamentsver—⸗ handlungen, aber ſelten über die Erör— terungen in deutſchen Ständeverſamm— lungen Bericht erſtatten. Man überſieht dabei aber, daß jede Nachricht über deut— ſche Kammerverhandlungen beſondern Be— ſchränkungen unterliegt. Auch kommen hier nicht ſelten Dinge vor, die im In⸗ tereſſe unſers politiſchen Rufes beſſer un⸗ gedrukt bleiben, und oft wird es ſogar ſchwer, in den offiziellen Be⸗ richten, die Deutſchland produzirt, einen Sinn aufzufinden.“— „Die Tutti frutti von E. Weichſelbau⸗ mer“ gewähren bei beſcheidenen Anſprü— chen manche Unterhaltung, beſonders
gilt dies von mehreren ſatpriſchen Auf— ſäzen, welche von geiſtiger Kraft zeu— gen, wogegen die novelliſtiſchen Verſuche aber nichts weiter als Verſuche ſind.— Graf Leon de Laborde, der ſich in ty— pographiſchen Angelegenheiten Verdienſte erwarb, wird wahrſcheinlich einen Feh— dehandſchuh nach Deutſchland geworfen haben, indem er in der Schrift:„Des but de l'imprimerie à Strassbourg““ (Paris 1840) ſehr deutlich zu verſtehen gibt, daß doch wohl der Holländer Lo— renz Coſter der eigentlichſte Erfin— der der Buchdrukerkunſt ſei. Er will dies näher darlegen in einer andern, unter der Preſſe befindlichen Abhanbd— lung:„Recherches sur la découverte de l'impression dans les Pays- bas.“ Nun, wir wollen's abwarten, hören, was er ſagt, und wieder hören, wie deutſche Gelehrte ſeine Unterſuchungen unterſuchen.— Als nächſtens erſcheinend werden angekündigt:„Humbold's ſämmt⸗ liche Werke“ in neuer Ausgabe, von Langenn eine Monographie Kurfürſt's Moriz von Sachſen, beſonders nach Quellen aus dem ſächſiſchen Staatsar— chive, deſſen Benuzung dem Verfaſſer vergönnt wurde, von Henriette Hancke ein neuer Roman:„der Braut Tage— buch“, von Adolph von Heyden gleich— falls ein Roman:„die Intriguanten“, von Schäfer ein„Handbuch der Geſchichte unſerer Literatur“, von Smets„neue Gedichte“, von Haupt„„franzöſiſche Volkslieder“, von O. L. B. Wolff eine „Geſchichte des Romans ſeit der franzöſi— ſchen Revolution.“
Mignon-Zeitung. Würzburg. Kürzlich mußte ſich ein nach Würzburg einpaſſirender junger Fremder, der einen etwas üppigen Va— ken⸗, Kinn⸗ und Schnurbart trug, ſei⸗ nen Schmuk abraſiren laſſen, weil, wie ſich der Paßoffiziant bedenklich aͤußerte,


