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Befriedigendes.— Auch Hr, Direktor Schmid ward zweimal gerufen.— Das Haus war übervoll.— Heute:„Die Belagerung von Korinth.“ Dlle. L u⸗ tzer: Pamira. Semper idem.
Paris.„Der Zögling von Preß⸗ burg“ heißt eine neue Oper, Text von Murat, Muſik von Luce, die in der komiſchen Oper zu Paris mit Beifall gegeben wurde. Der Held des Libretto's iſt der berühmte Haydn, der„Zögling von Preßburg.“ Er kommt nach Wien, arm, hilflos und unbekannt, und lernt die Tochter des Kapellmeiſters Kreisler kennen. Er verliebt ſich in ſie, aber wie hoffnungslos in ſeinen dürftigen Um— ſtänden! Doch das Genie ſiegt. Haydn wird bald von ganz Deutſchland als großer Meiſter anerkannt und er heira— thet ſeine Minna, die Tochter Kreis— lers.— Die Muſik iſt elegant, gra— ziös, und wenn auch nicht ſehr origi— nell, doch den Situationen anpaſſend. Beſonders gefiel eine Arie:„O Melo— die!“ und ein Duo zwiſchen Hrn. Ro— ger und Dlle. Darcier.— Im Theatre français iſt ein neues Drama von Mad. Georg Sand, unter dem Titel:„Co— ſima“, gegeben worden, hat aber nicht angeſprochen. Georges Sand und Bal— zac haben ſomit nach einander erfahren, wie bedenklich es für Romanſchreiber iſt, ſich auf den glatten Boden der Bühne zu wagen.
Berlin. Die deutſche Bühne hat wieder einen Original-Dichter gewon— nen, deſſen Luſtſpiele ſie wahrhaft be— reichern. Es iſt dies Friedrich von Hey— den, Regierungsrath in Breslau, ein Bruder des bekannten Schauer-Roman— Verfaſſers„Emerentius Scävola.“ Auf der Hofbühne wurden bereits zwei Luſt— ſpiele:„Album und Wechſel“ u.„die Modernen“, von Herrn von Heyden, aufgeführt, welche beide Bilder der Jezt— zeit vorführen und ſich durch einen ſehr eleganten Dialog auszeichnen.— Das
hieſige Polizeipräſidium hat eine Ve— kanntmachung erlaſſen, wonach Jeder, der im Königſtädter Theater während der Vorſtellung durch Pfeifen, Ziſchen, Pochen, oder auf andere lärmende Weiſe den Gang des Stükes unterbricht, und ſich dadurch eines Mangels an Achtung gegen das Publikum ſchuldig macht, aus dem Theater entfernt, und nach Umſtänden arretirt werden ſoll.
Grätz. Der„Aufmerk ſame“ ſchreibt:„Am 3. d. M. veranſtaltete Hr. Ferdinand Schinn, Baßſänger des ſtädtiſchen Theaters in Peſth, ein Vo— kalkonzert im Ritterſaale des ſtänd. Landhauſes, welches in Hinſicht der gu— ten Wahl der Muſikſtüke und deren Exekutoren recht glüklich ausfiel. Der Konzertgeber ließ uns in mehreren von ihm vorgetragenen Piecen den geübten Sänger mit einer vollen markigen Stim⸗ me, welche beſonders in der tieferen Lage recht ſonor klingt, gewahr wer— den. Hr. Schinn wurde alle Mal mit ſchmeichelhaftem Beifall beehrt. Unter— ſtüzt wurde der Konzertgeber von Olle. Kreutzer und den Herren Krauſe und Kreipl, welche für den ſeelen- und ge— ſchmakvollen Vortrag ihrer Tonſtüke das lohnendſte Prämium in der allge— meinen Anerkennung erhielten. Olle. Gebhard ſprach mit beifälliger Wirkung ein Gedicht von Saphir.
Korreſpondenz.
Preßburg. In der am 3. d. M. zum Beſten der durch die Ueberſchwem— mung verunglükten Bewohner des lom— bardiſch⸗venezianiſchen Königreiches, durch den hieſigen Kirchenmuſik-Verein veran— ſtalteten Akademie, bewährte ſich neuer— dings der Wohlthätigkeitsſinn der Vreß— burger, lieferte dieſer Verein einen neuen Beweis ſeiner tüchtigen Kräfte, erhiel— ten die armen Verunglükten eine reich⸗ liche Spende zur Linderung ihrer Noth, ihres Leidens, feierte endlich die für


