Jahrgang 
1840
Seite
45
 
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AUittwoch, 13. Mai.

1840.

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Theater.

Pe ſt h.[(Dlle. Jenny Lutzer.) Sie iſt da! ſie iſt da!Drei Worte nenn' ich euch inhaltsſchwer, ſie gehen von Mund zu Munde! Die Lutzer hat ihren Gaſtrollencyklus am 11. d. M. eröffnet und darüber jubelt und freut ſich das muſik liebende Peſth. Wie leicht und angenehm wird da das Amt der Kritik, wenn ſie über eine ſo aus gezeichnete Erſcheinung, über welche nur eine Stimme herrſcht, referiren ſoll und doch iſt dieſes Referat ſchwierig wo ſoll ein armer, enthuſtasmirter Referent die Worte hernehmen, um ſeinen Leſern ein Bild des Außerordentlichen zu ge ben? Nachtigallflötende Stimme Glök chentöne Silberklang wundervolle Volubilität u. ſ. w., das ſind ſo die ge wöhnlichen Formeln, die uns dann im Vergleiche zu der unübertrefflichen Lei⸗ ſtung doch als höchſt ungenügend und abgeſchmakt erſcheinen. Der durch ganz Deutſchland gefeierte Name der Künſt lerin, ihr auf die im Enthuſiasmus ge ſpendete Anerkennung gegründeter Ruf ſprechen wohl am lauteſten ihr Lob ſie iſt eine der ſchönſten Zierden des Kranzes deutſcher Sängerinen, in wel chem die Namen Löwe, Schröder Deen ent, Haſſelt, Carl e.

als ſtrahlende Perlen erglänzen eine ſo weiche, biegſame Stimme, eine ſolche unbegreifliche, ſtaunenswerthe Leichtigkeit des Vortrags dürfte ſich nur äußerſt ſelten mit ſo hoher Kunſtbildung und ſolch liebenswürdiger Spiel-Naivität vereint finden. Die erſte Gaſtparthie war die Adina in Donizetti's herrlicher Oper:der Liebestrank. Liebens⸗ würdiger, kunſtvollendeter, über raſchen der läßt ſich dieſer Part nicht darſtellen, als wir ihn von Olle. Lutzer ſahen; da zeigte ſich die vollkommene Meiſterin des wundervollen, lieblichſten Organes, graziöſe Leichtigkeit des Vortrages, das Nichtkennen von Schwierigkeiten das trillert und flötet heraus aus dem be zaubernden Munde, wie wenn das Bäch lein leicht und muthwillig ſeine Wellen kräuſelt. Die wüt hendſten Beifallsſtürme brachen tobend los, das entzükte Pu blikum lauſchte mit voller Aufmerkſam keit u. in dem übervollen Hauſe herrſchte die feierlichſte Stille, wenn die holde Syrenenſtimme erklang. Zwei Piecen mußten wiederholt werden, die Zahl der Hervorrufungen vermochte ich nicht zu zählen. Hr. Unrein gab den Ne morino überraſchend ſchön; wir haben die beſte Hoffnung für dieſen jungen Tenoriſten. Die Herren Hirſch(Bel core) und Roter(Dulegmara) leiſteten