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da es dem jungen Anfänger keineswegs,
an Talent, wohl aber oft an Eifer fehlt.— Eine neue Lokalpoſſe gab man am 27. d. M. Sie betitelt ſich:„Bar— nabas, oder der unglükliche Mädchenhü— ter“, von Karl Hafner, Muſik von A. Müller. Die Welt und Hr. Roſenſchön hätten zwar nichts verloren, wenn dies Stük das Licht der erſteren nicht er— blikt hätte; aber der wakere Benefi— ziant hätte eine beſſere Einnahme ver— dient. Indeſſen lernten wir als Ent— ſchädigung eine neue Lokalſängerin, Dlle. Calliano, kennen. Ein nettes Fi— gürchen, ein nettes Stimmchen, ein net— tes Spielchen, ganz beſcheiden und de— zent! Das Publikum fand Gefallen da— ran, rief ſie hervor und ließ ſich Eini— ges wiederholen.— Hr. Zöllner ſpielte den Barnabas ſüperb in Scholz'ſcher Manier und erwarb ſich vielen Applaus. — Auch Hr. Gäde und Mad. Klim— metſch beluſtigten— aber das Ganze mißfiel. S. Preßburg.(Ital. Oper.— Sonſtiges.) Ueber die am 21. April höchſt gelungene Aufführung der Doni— zetti'ſchen Oper:„Lucia di Lammer— moor“, durch die Operngeſellſchaft des für die Kunſt mit Liebe u. Sachkennt— niß gleich tüchtig ausgerüſteten Herrn Luigi Merelli, kann ich nur berichten, daß Signora Mazza dieſe Lucia eben ſo vortrefflich, als die Adina und Ro— ſina ſpielte und ſang; daß Signor Pal— trinieri, durch die Durchführung des Lord Enrico Aſhton, den hoch ausge— bildeten Sänger, als welchen er ſich uns als Dulcamara und Figaro präſentirte, bewahrheitete, und uns den ſchlagend— ſten Beweis lieferte: daß die italieni⸗ ſchen Sänger nicht einſeitig ſind, und daß ſie ernſte und komiſche Charaktere gleich wirkſam zu ſingen u. darzuſtellen verſtehen. Auch Signor de Gattis(Sir Edgardo) bewies, daß er in Bezug auf Spiel u. Geſang auf einer hohen Stufe
ſteht.— Hr. Vozzi genügte als Lord Ar turo. Aber ſind denn nur dieſe Parthieen in der„Lucia di Lammermoor““? Wohl, ſind in derſelben noch zwei, die hier nicht genannt ſind. Shakeſpeare ſagt: Es gibt Dinge, von denen ſich unſere Philoſophie nichts träumen läßt. Und ich ſage: es gibt Sänger, von denen ſich nichts ſa gen läßt. Das Orcheſter hielt ſich in den zwei erſten Akten wa— ker, nicht ſo im dritten, was eine be— deutende Störung veranlaßte. Die Vor— ſtellung war gut beſucht und mit der hohen. Gegenwart der durchl. Prinzeſſin Hermine beehrt.— Am Oſtermontag hat Kunſt, Natur und Arena uns Preß— burger in Anſpruch genommen. Der lie— ben, hier jezt ſchon gar ſo ſchönen Na— tur wurde in den reizenden Umgebun— gen und vorzugsweiſe in der Au, ſo auch der Arena, welche mit dem ganz neuen„Otto von Wittelsbach“ eröffnet wurde, zahlreich gehuldigt. Minder je— doch der Kunſt, im Konzerte des ſo ganz ausgezeichneten Violinvirtuoſen Eunſt und im Stadttheater der italieniſchen Vorſtellung des„Barbiere di Seviglia.“ Erſterem ward enthuſſaſtiſeher, Lezterer gerechter Beifall in Hülle und Fülle ge— ſpendet. Kegee
Raab. Direktor Roll, mit ſeiner Geſellſchaft von Wiener-Neuſtadt kom— mend, eröffnete den heurigen Sommer— Kours am Oſtermontage mit einem Pro— log, gedichtet von Weidmann, und dem Luſtſpiele:„Ich bleibe ledig“, von Blum.— Hr. Roll hat hier vor Jah— ren ſeine theatraliſche Laufbahn begon— nen und gab vor einiger Zeit, als er bei der Preßburger Bühne engagirt war, hier einen Cyklus von Gaſtrollen mit vielem Beifall; er ſtand daher noch im beſten Andenken und wurde beim erſten Erſcheinen freundlichſt, wie ein alter guter Bekannter begrüßt.— Der Pro— log war ſinnig und zart gedacht und ebenſo geſprochen. Ueber den Werth oder


