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lungen zur Darſtellung brachte.— Mit edlem Anſtande und ruhiger Würde gab Hr. Berg den Creszentius.— Hr. Po⸗ ſinger war als Taraglia zu ſehr mar— kirter Intriguant— dergleichen Rol— len fordern mehr Feinheit des Spieles, ſie müſſen empören, aber nicht Lachen er— regen.— Die Indieſzeneſezung war ent— ſprechend, das gewählte Koſtüm, zwar nicht durchaus richtig, aber prachtvoll — etwas ſplendider hätte der Vallſaal beleuchtet werden können. Das ziemlich volle Haus bewies, welch gerechter An— erkennung man die trefflichen Leiſtun— gen der Benefiziantin würdigte. Semper idem. Preßburg.(Die italieni⸗ ſche Oper.) Oefters ſchon nahm ich mir vor, über unſere hieſige Bühne und deſſen Leiſtungen, über ſonſtige intereſ— ſantere Ereigniſſe, deren ſich ſo viele, beſonders während des Reichstages er— geben, Ihnen zeitweilig Berichte einzu— ſenden, u. zwar einmal ſchon deshalb, weil doch Ihr Blatt unter den deut— ſchen der Monarchie zu den intereſ— ſanteſten und deſſentwegen auch zu den geleſeuſten gehört; dann auch darum, weil ſo ſelten über Preßburg und deſſen Tagsbegebenheiten, wie intereſſant, wiſ— ſens- und mittheilenswerth dieſelben auch oft waren, in öffentlichen Blättern Aufſäze erſcheinen. Nun Sie mich ſo— gar hiezu aufforderten, will ich auch keinen Augenblik anſtehen, dem Drange meiner Feder und Ihres Wunſches zu befriedigen. Ich beginne mein erſtes Re⸗ ferat mit etwas gar Seltenem, ganz Neuem in unſerem Vaterlande, über eine italieniſche Oper. Daß Af⸗ fiche von verſchiedenen Formen und In— halts ſeit mehr denn 4 Wochen unſere Neugierde erregten und ſpannten, ja daß auch der 7. April, an welchem Tage die erſte Vorſtellung des„I'Elisir da- more“ Statt finden follte, aber plöz— lich eingetretenen Unwohlbefindens der
Primadonna und des Primo Basso can- tante wegen nicht Statt fand, dieſelbe noch nicht ſtillte, das Alles ſind nur Dinge, die, wo nur immer Bühnen ſein mögen, gewiß nicht fehlen. Daß über die Geſellſchaft im Ganzen und über einzelne Mitglieder derſelben insbeſon— dere des Böſen mehr als des Guten im Vorhinein geſprochen wurde, das wer— den Sie gewiß auch natürlich finden. Warum? weil— weil—. Doch— nun hab' ich's gehört, ich hab' ſie gehört! ich habe die italieniſche Oper gehört, und mit mir ein gedrängt volles Haus. Es war am 8. April, als zum erſten Male Donizetti's„Elisir d amore“ ge⸗ geben wurde. Meine Erwartung fand ich befriedigt und die des Publikums übertoffen. Ohne mich für diesmal in ein genaueres Detail einzulaſſen, will ich blos im Allgemeinen über den Er— folg und Eindruk melden. Das Aeuße— re der Peima onna, Signora Mazza, wirkte nicht auf das Günſtigſte. Befan— genheit war deutlich, und ihre Stimme ſchien etwas angegriffen, doch wie ge— ſagt, es ſchien nur; denn immer mehr und mehr wich die Beklemmung, ent— wikelte ſich ihre ſchöne, klangvolle, um— fangreiche Mezzo-Sopran-Stimme, und ihr künſtleriſch gebildeter Geſang. Allmä— lig zog ſie das Publikum mehr u. mehr an, bis ſie daſſelbe in ihrer Arie— für ſie eigends von Donizetti komponirt— ganz hinriß. Nicht die einzelnen Num— mern will ich herzählen, in welchen ſie ſich ſtets ungetheilteren Beifall erſang, dieſer ſteigerte ſich mit jeder Nummer, daß aber der Vortrag der oben ſchon berührten Arie an das Vollendete der großen Sängerinen zu reihen iſt, bewies des ganzen Publikums enthuſtaſtiſcher Beifall, ſtürmiſcher Zueuf, und wieder— holtes Hervorrufen.— Freundlich wohl— wollende Aufnahme gleich bei ſeinem Erſcheinen fand Sign. de Bezzi(Nemo— rino) und gerechten Beifall nach ſeiner


