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ſich weinend zu Bette, ſchlief weinend ein— jezt ſizt ſie weinend am Fenſter und ſeufzt.— Ein Gelehrter, der nie ein Fortepiano anrührte, trommelte zerſtreut auf ſeinem Hut, ehe das Kon⸗ zert begann; als Lißt die Taſten be⸗ rührte, konnte er dieſer trommelnden Bewegung nicht mehr Herr werden. Er ſizt am Schreibtiſche, u. ſtatt zu ſchrei⸗ ben, trommelt er. Manche wollen zwar zwiſchen ſeiner jezigen Art, ſich verſtändlich zu machen, und ſeiner frü⸗ bern keinen großen Unterſchied finden; allein, was das Wunderbarſte iſt, die⸗ ſer Gelehrte kann ſeitdem kein Mehl, noch Mehlſpeiſe, noch Gerichte, zu de— nen auch nur die geringſte Spur dieſes Vegetabile gemiſcht worden, aus heili— ger Scheu über die Lippen bringen, ſeit er weiß, daß Lißt= Mehl in der un⸗ gariſchen Sprache iſt. Er verehrt das Mehl. Ein Väker iſt ihm ein Gräuel, weil er das Mehl knetet, dem Mül⸗ ler, der es zubereitet, küßt er die Hände und titulirt ihn„geſtrenge Gnaden.“ Vor einem Mehlſake nimmt er den Hut ab, ſo wie er ſtatt der Gemälde nur Säke und Säkchen mit Mehl in ſeinem Zimmer aufgehängt hat.— Die Per⸗ rükenmacher wollten ſchon verzweifeln, weil die Jugend aufhörte, ſich das Haar ſchneiden zu laſſen; allein eine große Menge älterer Herren, jugendlicher Greiſe und greiſiger Jünglinge, haben ſich für ihr haarloſes Haupt Perrüken à la Liszt anfertigen laſſen„ und es iſt ſogar eine Regung unter den Damen bemerkt worden, die Gleiches für das ſchöne Geſchlecht andeutet.— Die Aerzte erkennen in allem dieſen die Symptome einer neuen Krank heit, und wir werden bald eben ſo ſehr von Brochuren über „Lißtomanie“ überſchwemmt werden, wie jüngſt von Schriften über Hahne⸗ mannismus, Cholera, Waſſerkur u. ſ. w.
Nach Beendigung dieſes Konzertes im Theater wurde die hintere Thür des Gebäudes, die auf die Szene führt, um das Orcheſter abzulaſſen, geöffnet. Alsbald ließen die Obſtweiber ihre Körbe im Stich u. drängten ſich auf die Büh⸗ ne, um den Boden zu küſſen, wo Er ge— ſeſſen hatte, und die Tongeiſter aufzu⸗ ſchnappen, die noch in! Luft ſchweb⸗ ten. In wunderlich bachantiſchem Zu⸗ ſtande kamen ſie zurük, ſie ſchlugen ſich wechſelſeitig auf die Köpfe und ſchrieen: „ich habe ihn gehört, ich habe ihn ge— ſehen!“ B. St.
Pari s. Die Liebhaberinnen des Theatre frangais ſcheinen im Beſize des Rezeptes für die ewige Jugend zu ſein. Mlle. Mars hat am 10. Februar ihren ſechsundſechzigſten Geburtstag gefeiert, und ſpielt noch immer die Naive! Mad. Doval iſt 48, Mlle. Anais, die jugend— liche Liebhaberin, 42 Jahre, Mlle. Du⸗ pont, welche lebhafte und leichte Sou— bretten ſpielt, 50 Jahre, Mlle. Ber— ranger 36 Jahre alt.
Straßburg(bei Danzig). Die Diebſtähle nehmen wieder ſehr über hand, nicht blos auf dem Lande, ſondern auch in der Stadt. Die Nähe der Grenze u. die großen Waldungen jenſeits, ſo wie die Abbaue leinzelne von den Dörfern weit entfernte Häuſer) erleichtern dieſe Art, zu Geld und Gut zu gelangen, ungemein. Vor Kurzem wollte ein hieſi⸗ ger Grenzaufſeher nach der Grenze rei— ten; aber diesmal mußte er fein zu Hauſe bleiben, weil ſein Pferd in aller Stille einen andern Herrn gefunden hat—
te. Es ſoll hierauf dem Grenzaufſeher der Rath ertheilt worden ſein, ſich Be— hufs der Wiedererlangung ſeines Pferdes an einen berüchtigten Dieb in Volen zu wenden und dieſem eine angemeſſene Be— lohnung zuſichern zu laſſen, wenn er ſo glük lich ſei, das geſtohlene— ei bewah⸗ rel das entlaufene— Pferd zu ermit⸗ teln und herüber zu ſchaffen!— a
Nedigirt von der Redaktion des Splegele.


