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in welcher Mad. Lang ihr ſchönes Sän⸗ gertalent wieder auf das Herrlichſte be— urkundete. Sie iſt der Liebling des hie⸗ ſigen Publikums.— Unter den Schau⸗ ſpielern machen wir vorzüglich auf Hrn. Schritt aufmerkſam, der, außer ſeinem vortrefflichen Spiele, ſelbſt Dichter iſt u. einige, recht gelungene Piecen, für die hieſige Bühne ſchrieb. Jezt ſtudirt man von demſelben eine Lokalpoſ— ſe:„die Juden von Rätz-Väros““, ein, welche ſehr viel Wiz enthalten ſſoll. Möge Hr. Schritt ſo fortfahren, und er wird gewiß den Preis ſeines Strebens erringen!— Unſer, in der Nähe gele— genes, in der Geſchichte Ungarns ſo hoch gefeiertes Szigeth iſt innerhalb 14 Tagen drei Mal von Feuersbrünſten heimgeſucht worden. Es brannten im Ganzen 23 Wohnhäuſer und mehrere Stallungen ab; das lezte Mal allein 15 Häuſer. Das Feuer griff ſo ſchnell um ſich, daß in einer halben Stunde genannte Gebäude in Aſche lagen. Der Bran) ſoll durch Frevlerhand angelegt ſein; die Verbrecher ſind, wie man be— hauptet, vor zwei Tagen entdekt wor— den. Gewiß werden ſie dann bald den wohlverdienten Lohn für ihre Schand— that erhalten!— Rottmann. Berlin. Im Königsſtädtiſchen Theater wurde am 16. März zum er— ſten Male aufgeführt:„Ein Drama ohne Titel in fünf Akten, nach dem Franzöſiſchen des St. Hilaire, für die deutſche Bühne bearbeitet von Forſt u. Lentner.“— Zwei Deutſche gehören alſo ſchon dazu, um ein franzöſiſches Stük nach Deutſchland zu bringen!— und dieſe beiden Herren fingen gleich damit an, den einfachen Titel des Ori— ginals:„Deux jeunes femmes“ in eine Spektakel⸗Annonce zu verwandeln. Hr. Forſt ſoll Schauspieler ſein, wir kennen ihn nicht; bier aber hat er wenigſtens einen halben Antheil an einem Komö— diantenſtreiche; denn man ſucht hinter
dem Verlokungs-Titel durchaus nicht ein ſo klares Sujet, eine ſo beſtimmte Charak teriſtik, und ſo gut und beſon— nen benuzte Situationen. Hiermit iſt's ausgeſprochen, daß Hilaire's Drama, welches als Hauptperſonen uns die ge—⸗ ſchikt herrſchende und duldende Frau gegenüberſtellt, ein gelungenes und ach⸗ tungswerthes iſt, und wir geben ihm mit Vergnügen dies Zeugniß; unbeſcha— det der Anſicht, daß man gegen die vie— len Ueberſezungen kämpfen müſſe, er⸗ kennen wir's auch als Pflicht an, das Gute mit Theilnahme zu empfangen, gleichviel woher es komme.(Dies Stük kommt auch, bei Gelegenheit des Gaſt— ſpiels der Mad. Deſſoir, in Peſth zur Aufführung.)
Korreſpondenz.
Wiener Tabletten.„Die Gei— gen ruhen, des Faſchings Stürme ſchwei⸗ gen“, d. h. die ſolide, ernſthafte Faſten⸗ zeit ſchwingt jezt ihren grauen Stab über die arme Menſchheit und züchtigt ſie für die Karnevalsſünden mit der Kon— zertgeißel u. der Muſik Furie, die jezt gewaltiger als je unſern Ohren vergilt, was unſere Füße verſchuldeten.„Ernſt iſt da!“ würde ich mit der gebührlichen Begeiſterung mein reeit anfangen, wenn nicht Ernſt ſchon ein geraumes Weilchen da wäre und die Begeiſterung für Kunſt- erſcheinungen heutzutage ſchon etwas in's Vergelbte fiele; ich bemerke daher blos über das ausgezeichnete Spiel des Virtuoſen, daß die hieſigen Journale diesmal durch ihr Lob der Gerech— tigkeit Genüge leiſteten, daß alſo Ernſt wirklich ſo ausgezeichnet ſpielt, wie ihn die Theaterzeit. rühmt, daß ſein„Kar⸗ neval in Venedig“ in der That zehn— mal geiſtvoller komponirt iſt, als die mehreren Gedichte, welche man in der
Entzükung darüber publizirte; daß end⸗
lich Ernſt dem Geigengott Paganini


