Jahrgang 
1840
Seite
33
 
Einzelbild herunterladen

5 25 EN

1 n

9. Mittwoch, 1. April.

1840.

T

Theater.

Pee ſt h.(Hr. Heim. Mad. Deſſoir.) Hr. Heim ſang zur drit ten und lezten Gaſtrolle den Zampa. Die Leiſtung war im Ganzen befriedi gend, einzelne Stellen, beſonders jene, welche auf dramatiſchen Geſangsausdruk beruhen, gelangen ihm vortrefflich weniger entſprachen jene, wo der Sän ger genötbigt, aus den Bruſttönen in die Fiſteltöne überzugehen; hier fehlt die Weichheit, der Schmelz der Ver bindung doch daran wird man ſich ge wöhnen. Das Spiel des Gaſtes war be ſonders elegant. Lobenswerth iſt noch Dlle. Rauch, als Camilla. Die Lei ſtungen der Uebrigen waren mittelmä ßig, und man erlaube uns noch eine Frage: Wie kann der Fiſcher ſeine Ro manze, die er in der Barke hinter der Szene ſingt, bei Klavierbegleitung vor tragen? Mad. Deſſoir gab zur zwei⸗ ten Gaſtrolle die Griſeldis, und ſtei gerte darin die gute Meinung, die wir gleich bei ihrer erſten Rolle fanden. Voll Glut und Leidenſchaft, brachte ſie Rührung und Theilnahme bei dem Zu⸗ ſeher hervor. Ihr Spiel iſt durchdacht, voll Geiſt, nicht auf gewöhnliche Ef fektkoups berechnet, ſondern durch Na türlichkeit wirkſam. Sie fand rauſchen

den Applaus und ward unzählige Male hervorgerufen. In der Auffaſſung der Rolle war Hr. Dietrich(Percival) ſehr verdienſtlich und die Leiſtung iſt nur gelungen zu nennen. Am 30. fand das Benefiz der Mad. Kalis-Padjera ſtatt, bei welcher Gelegenheit Rau pach'sKaiſer Konradin(neu in die Szene geſezt) gegeben wurde. Die Be nefiziantin war ſehr verdienſtlich in der Titelrolle. Eben ſo Dlle. Müller. S. i.

Fünfkirchen. Noch immer iſt es Winter bei uns und in einer Zeit, wo wir uns ſchon des Frühlings zu erfreuen gewohnt ſind, zu Ende März ſchneit es noch und der Wind bläſt ſo heftig und kalt, wie nur immer im November und Dezember. Unſere einzige Un terhaltung nach dem geräuſchvollen Fa ſching ſind jezt die 2 Theater, welche aber auch bald für den ganzen Sommer geſchloſſen werden dürften. Denn un⸗ möglich können ſich in unſerer Stadt das ganze Jahr hindurch zwei Thea ter ſouteniren, und dies um ſo weni ger, da die beabſichtigte Vereinigung des deutſchen und des ungar. Theaters un⸗ ter einer Direktion in dem deutſchen Schauſpielhauſe ich weiß nicht be⸗ ſtimmt, aus welchen Gründen? unterblieben iſt. Das deutſche Thea⸗ ter brachte uns die Oper:Don Juan,