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ſo wie ſämmtliche Primarien mit Aus⸗ zeichnung zu erwähnen, und vor Allem Herr Kapellmeiſter Georg Ott, der auch als Ueberſezer und Bearbeiter vieler Opern ebenfalls ſehr vortheil haft be kannt iſt. Unus ex et pro multis. Leipzig. Der Direktor unſeres Theaters hat Gutzkow'sSavage zu rükgeſchikt, und ich meine, es iſt gut, denn wo das Schauſpiel ſo kläglich dar niederliegt, wie hier, mag ich das Stük lieber nicht ſehen, nicht dabei zu vergeſ ſen die perſönliche Oppoſition der Leip ziger Clique, welche ſolche Gelegenheit ſchwerlich vorbei ließe, ihr Müthchen zu kühlen. Hier iſt nur eine Kunſt wür dig, man kann ſagen, vollkommen ver treten die Muſik. Die Konzerte ja gen ſich Prume, Hiller, die Pleyel, Ernſt, und in 14 Tagen Lißt; dazu zwanzig im Abonnement des Gewand hauſes, und 12 in der Euterpe. Es läßt ſich Etwas lernen, und die muſikaliſche Intelligenz des Publikums wächſt zuſe hends.(Europa.) München. Der Komiker Lang in München ſpielte den Nazi imEulenſpie gel. In einem Liede, das er einlegte, ſang er eine Strophe des Inhaltes, daß Neſtroy jezt hoch über Shakſpeare, Schiller und Göthe ſtehe, und führte dabei kräftige Seitenhiebe auf die Thea ter⸗Direktion, als ſchuldig an dem Ver falle der Bühne. Die Wahrheit, die Nazi in ſeiner Dummheit geſungen, mußte lange und ſchwer gebüßt werden. Er ward zu 100 Gulden Strafe und achttägigem Gefängniſſe verdammt. Als er darauf wieder den Nazi ſpielte und hervorgerufen wurde, erſchien er mit ei nem großen Schloſſe vor dem Munde, u. dankte nur durch ein ſtummes Hum. Dafür durfte er keine Strafe zahlen.

Literatur. Literariſches Portfolio. Crokerismus bedeutet nachLon-

don and Westminster Review ein ſehr merkwürdig Ding der engliſchen Litera tur, die Falſtaffs⸗Courage der Kritik, die Gemeinheit und Bosheit der Jour nale, womit ſie Perſönlichkeiten, Inſti tutionen, Bücher u. dergleichen herun terreißen, falls ſie wiſſen, der angegrif fene Gegenſtand könne nichts dagegen thun, keinen In jurienprozeß darauf grün den, keine Rache nehmen.Es gibt viele unterhaltende Schriftſteller, ſagt jenes Blatt,welche eine anſehnliche Berühmtheit und leidlichen Abſaz der Konſequenz verdanken, womit ſie ihre Journale durch Angriffe auf Frauen würzen. Die Moralität der Kontroverſe bei dieſen Menſchen beſteht in weiter nichts als der Furcht vor dem Libellge ſez und den Duellregeln. Sie meinen, in der Politik und Literat ur ſei wider einen Gegner Alles erlaubt, was ihnen nicht gefährlich iſt. Der Art Angriffe nennt man Crokerismen u. die Hel⸗ den ſelbſt Crokeriten. O ihr guten Engländer, glaubt ihr, daß dies bloß ein merkwürdig Ding der engliſchen Li teratur ſei? Gewiß, andere Länder u. Staaten können auch ganze Heere voll ſolcher Falſtaffs-Geſellen, ganze Regi menter ſolcher Crokeriten aufſtellen, zu mal da es hier nicht nur in der Litera⸗ tur, ſondern auch in Politik, Diplo matie, kirchlichem und ſozialem Leben eine Menge Crokeriten gibt,gew iiſſen⸗ loſe Spötter mit ſchwarzem Herzen und Seelen voll Schlamm. In Leipzig bei C. B. Polet erſchien das 1. Heft derVolksmährchen und Legenden des Kaiſerſtaates Oeſterreich, welches jedoch wenig verſpricht, da es viel Unrichtig keiten enthält, auch manche Sage von dem Herrn Herausgeber eigens erfunden zu ſein ſcheint und überdies der Styl ziemlich wäſſerig iſt. Bei Wallis hauſ ſer in Wien erſcheint im Laufe dieſes Jahres der dritte Band derBalladen und Romanzen von Johann Vogl,