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faſſenbe wiſſenſchaftliche Intelligenz ver⸗ bindet. Die Frau Fürſtin Schwarzen⸗ berg arrangirte im Laufe dieſer Tage ein eklatant prachtvolles Ballfeſtin, dem erlauchten Reiſenden zu Ehren. In unſern Theatern iſt Gottlob! eine er freuliche Fluth eingetreten, faſt jede Bühne zählte in den verwichenen 8 Ta⸗ gen ihre Novität, ſogar im Leopold ſtädtertheater gab man zwei Novitäten der Vorzeitzum erſten Male. Um das Trefflichſte zuerſt zu nennen, gebührt dieſe Ehre dem Schauſpiele des Herrn Baron v. Braun:Molly. Der Stoff iſt zwar nicht ſo originell, um für ſich allein einen großartigen Schlageffekt ab⸗ zugeben, die Dramatiſirung deſſelben aber, der Dialog, wie alle die unent⸗ behrlichen Zuthaten eines gelungenen Werkes ſind von ſeltener Vorzüglichkeit. Dies eine bedauern wir nur, daß wir auch hier der ſo ſehnlichſt erwünſchten Originalität der Idee entbehren müſ ſen, daß dieſes Schauſpiel eine trans⸗ rhenaniſche Pflanze iſt und wie es in ſol⸗ chen Fällen leider geſchieht, der Bear beiter von einem Stoffe beherrſcht wird, der ſeiner Phantaſie fremd war. Neſtroy's nene Poſſe:Der Färber u. ſein Milchbruder, nennt gleichfalls Frankreich das Vaterland ihre erſte An⸗ regung. Die Geiſtesausſtattung die ſes Stükes, worin Neſtroy ſeine gedie gene Kraft ſtets glänzend beweiſt, reiht ſich ihrer Vortrefflichkeit nach an jene derverhängnißvollen Faſchingsnacht. Die Stereotypität aber, mit welcher die vorzüglichſten Darſteller der Wiedner bühne ihr Darſtellungsgenre zu betrei ben gewohnt ſind, war diesmal für den Dichter ein gewaltiger Stein des An⸗ ſtoſſes, wie es überhaupt fatal für je⸗ den Dichter iſt, wenn er blos Rollen ſchreiben ſoll, die ſeine Kunſtgenoſſen oft wie Kleider angemeſſen haben wol

len. Vielleicht war auch die Senſation, welche dem ſonſt trefflichen Stüke vor herging, der erſten Aufführung Gefahr bringend. Denn es iſt eine bekannte Sache, daß der einmal Befriedigte ſeine Erwartungen ſtets höher ſpannt. Told's großes Dekorationsſtük:die ſchlimmen Frauen im Serail, fand eine ſehr beſcheidene Aufnahme. Herr Pokorny machte einen Aufwand von mehreren tauſend Gulden, um eine noch ſelten geſehene horiographiſche Pracht zu entwikeln. Von dem Stüke ſelbſt aber. das doch als Parodie die Umriſſe ſeines Stoffes ſo ſcharf und kontraſtiſch, als möglich, in's Helle ſtellen ſollte, iſt es jedoch kaum möglich, eine zuſammenhän gende Idee ſich zu geſtalten. Wiz, Bon mots und komiſche Einfälle ſind ſo dünn und matt geſtreut, daß ſie gewiß Nie⸗ manden auffordern, eine Wiederholung zu wünſchen. Die weibliche Armee, wo zu man eine ziemliche Anzahl Modiſti⸗ nen rekrutirt hatte, gab noch eine der ſchönſten Augenweiden ab, welche durch Schönheit, Koſtüme und die unübertreff lich einererzirten Evolutionen ihr In tereſſe fand. Ein neuer Muſiekdirek⸗ tor, den die Joſephſtädterbühne bis künftige Oſtern erhalten wird, iſt der Prager Kompoſiteur, E. Titl, ein Na⸗ me, der in kurzer Zeit ſich auffallende Anerkennung verſchaffte. Sn.

Mignon-Zeitung.

Paris. Das anatomiſche Theater in Paris hat die Inſchrift: Hie locus est, ubi mors gaudet, succurrere vi- tae.(Hier iſt der Ort, wo ſich freuet der Tod, dem Leben zu helfen.)

London. Auf dem Schilde eines Barbiers in London erblikt man ein gro ßes Raſiermeſſer, mit der Unterſchrift: Radit iter Iiquidum.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.