1
2
tigams er kieſet, müſſen ſehr ſcharfe Au— gen haben, wenn ſie die in weiter, ne— beliger Ferne hängende Haube ſehen wollen. Uebrigens iſt's mit den Theo— logen ungefähr eben ſo und wer unter ihnen nicht mehr Jahre der magern Kühe in der Wirklichkeit erlebt, als weiland König Pharao im Traume geſehen, kann von Glük ſagen. Zählen wir Speiſe⸗ wirthe, Deſtillateurs, Schneider, Schu— ſter, Journaliſten, ſo erbliken wir eben— falls einen ſehr üppig wuchernden Ueber— fluß, daß einem Philantropen ordentlich das Herz im Leibe lacht. Indeß wär' es, gar nicht ſo übel, wenn man von dem Ueberſchuſſe und Ueberfluſſe Kolo— nien anlegte, denn die Erde hat noch manches leere Pläzchen, wo ſie gern frohe Menſchen arbeiten und ſich amüſi— ren ſähe.
Trieſt. Zufolge der vom k. k. küſtenländiſchen Landes-Gubernium ver- öffentlichten Ueberſicht wurden während des Militärjahres 1839 in der Stadt Trieſt ſammt Gebiet geboren 3337 Kin— der, gegen 3257 im Jahre 1838. Der Religion nach ſind 3204 kat holiſch, 33 akatholiſch, 42 griechiſch und 98 jüdiſch. — Die Zahl der Getrauten belief ſich auf 598 Paare katholiſcher, 5 akatholi— ſcher, 22 gemiſchter, 12 griechiſcher und 28 moſaiſcher Religion; zuſammen 656, gegen 674 im Jahre 1838.— Die Zahl der Geſtorbenen betrug 2924 und zwar 1612 männlichen und 1322 weiblichen Geſchlechts. Der Religion nach 2733 kat holiſchen, 55 akatholiſchen, 55 grie— chiſchen und 01 moſaiſchen Glaubens.
(DOeſt. Lloyd.)
Berlin. Es iſt merkwürdig, wie viele Maikäfer und Schmetterlinge den Redaktionen der beiden Berliner Pri— vat zeitungen in dieſem Winter bereits zugeſchikt worden. Beide Redaktionen ſind auch überaus gewiſſenhaft in der Berichterſtattung über dieſe ihnen zuge⸗ henden großen Neuigkeſten. Man hat
berechnet, daß die Haude- und Spe⸗ ner'ſche Zeitung ſeit dem 1. November 1839 bereits 7 Maikäfer u. 17 Schmet⸗ terlinge, die Voſſiſche Zeitung aber nur 3 Maikäfer und 9 Schmetterlinge er⸗ halten habe.
Hildburghauſen. Die Dorf⸗ zeitung ſagt:„Die Prophezeihung des alten Schäfers vom gelinden Januar, die mein Nachbar ſchriftlich hatte, hat derſelbe in den kalten Tagen vom 10. bis zum 14. Januar an's Fenſter ge⸗ klebt. Sie iſt da angefroren und hofft bei gelindem Wetter gelegentlich wieder abzuthauen. Wenn's nur mit dem Mai nicht auch ſo wider-prophetiſch geht und wir das Heu, das wir da ſchon bauen ſollen, den Ochſen etwa an die Rippen ſchreiben müſſen.“
Mainz. Wenn's den Frauen nach⸗ geht, ſo müſſen die Männer in Mainz ihr Buchdruker-Jubiläum halten, denn dort werden die Frauen beſonders aus gezeichnet. Nach der Feſtordnung ſollen ſie das Guttenbergs-Denkmal mit Blu⸗ men bekränzen, auf dem Rheine tanzen und dem Heinrich von Miſſen, genannt Frauenlob, eine Statue errichten und ſelbſt einweihen. Wo möglich, ſoll auch das Feſt vier Tage dauern.
Siena. Zur Zeit des gottſeligen Bedä haben die Steine reden können, ſagt der fromme Abraham a Santa Clara, jezt hat auch das Papier eine Stimme und zwar eine laute. A. C a⸗ labi, ein italieniſcher Jude, einſaiti⸗ ger, großer Violinvirtuos, hat unlängſt, nachdem er in Siena das Publikum durch ein einſaitiges Konzert erquikt hatte, nachträglich auf einer durchlö— cherten Papierdüte das ſchönſte Flöten⸗ ſtük geſpielt, worüber das entzükte Pu⸗ blikum ganz außer ſich gerieth. Die Glaubensgenoſſen A. Calabi's haben ihn zunächſt mit 200 Dukaten beſchenkt. Sollte Cal abi mit ſeiner neuen Pa⸗ piermuſik über die Alpen kommen, ſo


