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ganzer Seele und rein-patriotiſchen Ge⸗ fühlen an ſeinem theuren Vaterlande, deſſen Alles aufopfernder Förderer er war, hing, nahm die Liebe und das Andenken aller ſeiner mit ihm gleichge— ſinnten Genoſſen mit ſich in die Gruft; — aber eine brennende Wunde ließ er ihren trauernden Herzen zurük, zu de— ren Heilung nur jenſeits des Grabes ein Balſam zu finden iſt.— ꝓ—
Nteratur.
Literariſches Portefeuille. Der journaliſtiſche Standpunkt der Wie— ner belletriſtiſchen Literatur hat in man— cher Beziehung zu einer höhern Stufe ſich emporgeſchwungen; die„Theater— zeitung“ hat Druk und Papier vergrö— fert, die bisher gelieferten Novellen ſind durchgehends gelungen und intereſſant. Der„Humoriſt“ hat weder Form noch Tendenz oder Inhalt auffallend verän— dert, er wird ein beliebtes vielgeleſe— nes Blatt bilden, ſo lange der Redak— teur ſeine literariſche Mitwirkung nicht verringert. Die„Wiener Zeitſchrift“ lieferte als ſehr willkommene Spende Grillparzer's wohlgetroffenes Portrait; der„Wanderer“ und„Sammler“ ha— Hen durch Ausſtattung und angeregtere Sorge der Redaktionen für den Inhalt bedeutend gewonnen; der„Adler“ als belletriſtiſches und politiſches Jeurnal bekannt, nahm im Beginne dieſes Jah— res einen hohen Aufſchwung, doch ſcheint ſeine Verbreitung mehr für die Provin— zen berechnet zu ſein, als für Wien; da das Detail ſeiner Artikel von hie— ſigen Journalen beſſer geboten wird. Die übrigen Blätter liebten es, den alten Schlendrian fortzuſezen.— Die „deutſche Volkshalle““ ſagt:„Bei dem vielen Anpreiſen von Büchern im Schil— ler⸗Formate könnte die Nachwelt leicht auf den Gedanken kommen, Schiller ſei ein Buchbinder geweſen.“— Nach ei⸗
nem vom Advokaten Dr. Kormann un— terzeichneten Proſpektus ſoll in Leip⸗ zig eine„National-Verlags-Vuchhand⸗ lung“ auf Aktien gegründet werden. Intelligente Kapitaliſten und ſämmtliche Sortiments- Buchhändler Deutſchlands ſind dazu eingeladen, und ſoll bei dem Unternehmen die Tendenz,„nur unver— kennbar gute Nationalwerke an's Licht zu förder 1“, feſtgehalten werden. Der Proſpektus beſtimmt vorerſt 1000 Ak⸗ tien zu 100 Thaler, worauf nur 1 pCt. bei der Zeichnung, 9 7pCt. ſpäter, nach Beſtimmung des Komité's gezahlt zu werden braucht, und weiſt den Vor— theil der Aktionäre durch Berechnung nach.—„Rahel's Empfindung für Goethe war ein reiner Gletſcher-Tro— pfen, der ewig am Geſtein ſtrahlt und zittert, aber nie herabſinkt, nie die Erde berührt. Bettina's Liebe zitterte zwar hernieder, aber doch in einen Blu— menkelch, der ſie rein bewahrte, Duft und Farbe umherwob. Ihre Gluth war ganz poetiſcher Natur; welch ein Mäd— chen konnte Goethe lieben, u. den Aus- ſpruch in ſeinem„Taſſo“ vergeſſen?““ So ſagt Helmine v. Chezy;— das Ur⸗ theil iſt kurz, es kann aber noch viel kürzer werden, wenn man's auf die ein— fache Sinnigkeit zurük führt.
Mignon-Zeitung.
Berlin. Es iſt notoriſch bekannt, daß die Welt einen großen Ueberfluß an Juriſten produzirt, wodurch mut hmaß—⸗ lich die Gerechtigkeit ſelbſt keinen Man— gel leidet. In Preußen gibt's 1116 an⸗ geſtellte Auscultatoren, 1781 Referen⸗ dare und 1101 Aſſeſſoren, die das lezte Examen überſtanden. Seit 1835 ſind 434 ausſtudirte Juriſten hinzugekommen, ſo daß, wie man berechnet hat, die Anzahl der jezigen Rechtskandidaten den Bedarf um das Vierfache überſteigt. Die Mäd⸗ chen, welche dergleichen Herren zu Bräu⸗


