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erkrankte, und beide ihre Wohnung, ein eigends gemiethetes Haus, verlie ßen. Das Haus ſteht wirklich noch heute leer, und auch eine, eine Stunde entfernte Großmutter will den Geiſt ge ſehen haben. Die geſpenſtigen Symp tome ſind ganz kerneriſch, poltern, klo pfen, rauſchen u. dgl. Die Stadt iſt von dieſer Spukerei ganz voll, u. Schu ſter Geiſterſeher hatte ſogar ſchon Be ſuche von einigen Neugierigen der heren Klaſſe erhalten. Ziemlich ſpaßhaft klingt auch das neueſte Gerede, als ſeien des verſtorbenen Kindes Stiefel einmal von der Mauer herabgeſunken, wo ſie an einem Nagel hingen, u. ha ben, ſich allmälig in die Geſtalt des Gei ſtes verwandelnd, ſich im Zimmer umher bewegt. Man iſt noch zu keiner natür lichen Aufklärung gelangt. Der Schu ſter, ein ausgedienter Soldat, muß An lagen zur Verrüktheit haben. Seine Lage und alle Nebenumſtände machen ein abſichtliches Komödieſpielen von ſei ner Seite höchſt unwahrſcheinlich. In der neuen Wohnung hat Freund Schu ſter noch keine Viſſonen gehabt. Ge ſtern(19.) Abends 7 Uhr, begab ſich hier die ſchauerliche That, daß der junge S-n, Sohn eines hieſigen Gaſtwir thes und Spekulanten, ſeinem Bruder in einem Wirths hauſe, nach einem klei nen Wortwechſel, mit einem Tiſchmeſſer eine Wunde beibrachte, wovon derſelbe augenbliklich todt blieb. Der Ermor dete war der bravſte von den Söhnen des unglüklichen Vaters. Der Mörder, welcher ſich nach der That entfernt, u. mit der Abſicht, Tags darauf zu ent⸗ fliehen, in einem Wirthshauszimmer verſperrt aufhielt, wurde 2 Stunden hierauf von der Polizei entdekt und er griffen. Als man ihn bei der Arretirung fragte, was ihn doch zu ſolch fürchter licher That bewogen, ſagte er nichts, als:Er hat mich immer ſekirt, nun wird er mich doch nicht mehr beleidi

gen. Heute früh 9 Uhr ſtarb hier nach kurzem Krankenlager der Guber nialrath und Polizeidirektor, Leopold Siccard. Die Stadt verliert in ihm einen ſehr thätigen und umſichtsvollen Mann, und die Welt einen Mitbürger und Menſchenfreund.

S-pfl.

Mignon-Zeitung.

Preßburg. Hr. Ludw. Döbler, Hofkünſtler Sr. Majeſtät des Königs von Preußen, akademiſcher Künſtler der königlichen Akademie zu Berlin, Inha ber der großen goldenen Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft, und in Wien der Heros im Gebiete der ſcheinbaren Zauberei genannt, iſt nun in unſerer Mitte, und gab am 20. l. M., am Abende des Geſellſchaftsballs im Redou⸗ tenſaale, wo der geniale Walzer-Kom- poniſt Herr Joſ. Lanner ſammt ſeinem ausgezeichneten Orcheſter ſpielte, eine Darſtellung ſcheinbarer Zauberei, wor unter die Blumenſpende(Noch ein Sträußchen) das Publikum vorzüglich überraſchte und Hr. Döbler nicht genug Blumen erwachſen laſſen konnte. Eine größere Ausbeute ſeiner Produktionen erwarten wir in den bereits annoneirten Theater-Vorſtellungen, wovon bereits heute bei übervollem Hauſe die erſte Statt fand, und worin der kleine Un gar als Automat, der Zauberkopf, die magiſche Vergrößerung, die Reiſeflaſche, das magiſche Treibhaus dc. vorzüglich befriedigten. Hr. Döbler wurde bei ſei⸗ nem erſten u. heutigen Auftreten ſtür⸗ miſch empfangen und während der Pro duktion mit vielem Applauſe belohnt. Dieſen Magier charakteriſirt ein feines ſociales Benehmen, eine reindeutſche Sprache und guter Vortrag vor Man⸗ chen ſeines Gleichen in dieſer Kunſt. Auch Hr. Fr. Lißt, einer der erſten eu⸗ ropäiſchen Pianiſten, trof auf ſeiner