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ßender, mitunter wiziger Dialog zeich— nen dieſes neue Produkt der hohen Ver— faſſerin rühmlich aus, ſo wie uns der— gleichen Werke immer für die Undinge der ſchriftſtellernden Frauen à la Birch⸗ Pfeiffer einigermaſſen entſchädigen.— Geſpielt wurde im Ganzen ſehr löb— lich und con amore. Vorzüglich loben wir unſere beliebte Olle. Klein, ſo wie Dlle. Jaritz. Von den Herren ſteht un⸗ ſer Hr. Direktor Nötzl durch Wahrheit des Spiels und gründliche Auffaſſung der Rolle oben an. Ferner erwähnen wir die Herren Fröhlich und Kurt, die recht waker ihre Nollen durchführten. Olle. Klein ward gerufen. Das Haus war leider nicht ſehr beſucht. M.— Mailand. Am 4. d. M. wurde als Erſaz für die verunglükten Rixali die Oper:„Beliſario“, gegeben. Es ſchien auch über dieſer ſonſt ſo beliebten Oper ein feindlicher Dämon zu walten. Diesmal konnte man aber die Schuld nicht auf den Kompoſtteur ſchieben, denn das Urtheil über„Beliſario“ ſteht ſeit Jahren feſt. Hier hatten blos die in der Oper beſchäftigten Sänger das Ganze zu vertreten. Salvatori als Beliſario iſt blos noch eine Ruine ehemaliger Grö— ße; denn:„Mit des Geſchikes Mächten — iſt kein ewiger Bund zu flechten— und die Stimme ſchwindet ſchnell.“ — Beliſario will nicht allein ge ſpielt, ſondern er will auch geſungen ſein. Das iſt eine beſcheidene Forderung. Sal— vatori thut zwar beſtändig, als ob er ſänge, aber ſeine geheimen Mittheilun— gen erfährt das Publikum nicht. Sig⸗ nora Mazzarelli als Irene war dieſen Abend nicht bei Stimme. Sie war ent— weder unwohl, oder durch die ſchnellen Proben ermüdet, oder war ſonſt irgend ein Grund vorhanden, denn ohne Grund kann eine ſo vorzügliche Sängerin, wie Signora Mazzarelli, unmöglich ſo oft diſtoniren.— Signor Lonato, als Ala— mir, war die beſte Erſcheinung an die—
ſem Abende und befriedigte.— Waz ſollen wir aber über die Signora Bar— bieri ſagen, welche als Antoning im Karneval in der Scala auftrat? Ent— weder iſt eine Sängerin jung und gibt Hoffnung, eine bedeutende Kunſtſtufe zu erreichen— gut, man läßt ſie auf der Scala auftreten, um dem ſich ent fal⸗ tenden Genius unter die Arme zu grei— fen— mit dem techniſchen Ausdruke: die Sängerin zu heben.— Oder ſie iſt hübſch— gut— man hat Beiſpiele, daß man Stimmen, die nicht ſehr hübſch ſind, wenn ſie aus einem reizenden Munde kommen, dem ein Korallenthor ſich un⸗ ter zwei blizenden Augenſonnen anmu— thig erſchließt, daß man ſolche Stim— men ſehr ſchön findet; oder endlich man engagirt eine Sängerin, die weder ei— nes noch das andere, aber eine ſolch“ vortreffliche Geſangskünſtlerin iſt, daß man über das, was man hört, das vergißt, was man ſieht, auch gut— daß man aber eine Erſcheinung enga⸗ girt, welche weder jung, noch hübſch, noch eine Sängerin iſt, welche die ein⸗ zige Eigenſchaft hat, dik zu ſein— das iſt nicht gut, und ſowohl für das Publikum als den Rezenſenten ſchwer zu begreifen. Aus all dem oben Geſag⸗ ten wird es leicht zu erklären ſein, daß auch Beliſario das Publikum in ſeinen Erwartungen nicht befriedigte, und der Erfolg weit unter Null blieb.(Echo.)
Korreſpondenz.
Laibach, 20. Jäner.(Ein Schu⸗ ſter ſieht Geiſter à la Jufti⸗ nus Kerner.— Brudermord. — Sterbefall.) Einem Schuſter in dem nahe gelegenen Dorfe Jelo erſchien — ſo gab derſelbe ämtlich an— ſeit mehr als einer Woche ſein verſtorbener Sohn, ein Kind von 8 Jahren— nächt⸗ lich ohne Kopf, und ſchrekte ihn und deſſen Weib der Art, daß leztere ſchwer


