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nur die Zinſen don dem datauf ver⸗ wendetem Kapitale gedekt werden.
München. Die auf den 4. Jäner ausgeſchriebene Verſteigerung des Mobi⸗ liars in dem Hotel des verſtorbenen Feldmarſchalls Fürſten Wrede zu Mün⸗ chen iſt am Tage vorher durch deſſen äl⸗ teſten Sohn und Lehensnachfolger, Für— ſten Karl v. Wrede, zurük genommen worden, was für die Familie um ſo er freulicher iſt, da ſich in dem Nachlaſſe mehrere koſtbare Andenken befinden, z. B. das in Silber gefaßte und reich ver—⸗ zierte Schwert, welches der tapfere Feld— herr von Napoleon erhielt, mehrere an— dere Ehrenſäbel, ſeine Orden de. Das fürſtliche Palais wird wahrſcheinlich Graf Arco-Zinnenberg zu ſeinem anſtoßenden Hauſe an ſich bringen.
Nürnberg. Etwas, was nicht alle Tage paſſirt, und was vielleicht noch kein Pfarrer in Kurheſſen erlebt hat, hat ſich während der 44jährigen Dienſtzeit des würdigen Herrn Pfar— rers Zülch zu Breung(A. Volkmarſen) ereignet. Derſelbe hat nämlich ſeit dem 18. Sept. 1796 bis zum 24. November v. J. aus einem und demſelben Hauſe die Familienglieder von ſechs Genera— tionen zu ihrer Ruheſtätte begleitet, nemlich 1) ein Kind von einem Jahre, 2) deſſen Mutterſchweſter, 3) Großmut⸗ ter, 4) Urgroßmutter, 5) Ururgroß⸗ mutter, und die 84jährige Urururgroß— mutter!!
Berlin. Ueber den Violinvirtuo— ſen Prume, welcher in Berlin großen Beifall gefunden hat, lieſt man in der Preuß. Staatszeitung:„Dieſer noch ſo junge Violinvirtuos, der ſelbſt einem Beriot ſchon die Palme ſtreitig macht, iſt bei jedem neuen Auftreten von dem hieſigen Publikum immer mehr in ſeiner ganzen Größe gewürdigt wor den, indem man in ſeinem Spiel eben ſo viel Ge—
diegenheit des Vortrags und tiefes Ge— fühl, als höchſte Leichtigkeit und Ele— ganz in der Ausführung der überra— ſchendſten techniſchen Effektmittel und Kombinationen zu bewundern hatte. Und was ihn ganz beſonders auszeich⸗ net, iſt, daß bei aller Häufung von Schwierigkeiten, ſelbſt da, wo dieſelben den Charakter des Kapriziöſen anneh— men, wie in einer Kadenz, die er in das bekannte Veriot'ſche Violinkonzert einlegte, doch die Wirkung immer eine ſchöne bleibt, weil er Alles auf's Zar— teſte zu verbinden und zu verſchmelzen weiß und uns nie die grellen Kontraſte Ole Bull's hören läßt. Unter ſeinen Kompoſitionen fanden eine Polonaiſe u. die Phantaſie la Mlélancolie den meiſten Beifall. Mit der leztern ſchloß er ſeine Konzerte, um, wie wir hören, auf ſei⸗ ner weiteren Kunſtreiſe zunächſt Peters⸗ burg zu beſuchen.“ Hildburghauſen. Der Dorf— zeitungsſchreiber bemerkt in ſeinem Blatte vom 1. Jäner:„Wenn ich heute, wo die Dorfzeitung zum dreiundzwanzigſten Mal mit Gruß und Wunſch für's neue Jahr zu ihren Leſern kommt, rük wärts auf das alte Jahr und auf alle die Länder blike, von denen die Dorfzei— tung zu berichten hat, und auf dag, was ſich in jedem aus dem alten Jahr in das neue hinüberzieht, ſo kann ich dem günſtigen Leſer und mir nur Glük
wünſchen, daß wir in tſchland und nicht z. B. in dem ſchönen ſüdlichen Frankreich wohnen, wo die Menſchen heute voll Angſt in das Jahr Vierzig eintreten, in dem nach einer alten Pro— phezeihung die Welt untergeht. Wenn wir auch ſchon noch manchen wunden Flek haben, wo der deutſche Schuh uns drükt, ſo wüßte ich doch kein Land oder Ländchen zu finden, wo's beſſer wäre, als in dem immer friſcher und fröhli— cher, geiſtig und materiell aufblühenden Deutſchland. Der Leſer mag ſelbſt in Europa umhergehen und ſich ausſuchen.“
Redigirt von der Redaktion des Spiegels.


