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Theater.

e ſt h.(Gäſte in der Oper und im Schauſpiel.) Nach lan⸗ ger Zeit erſchien wieder einmal Mayer beer's Rieſenoper:Robert der Teu⸗ fel, auf dem Repertoire; die Vorſtel lung gewann noch durch das erſte Gaſt⸗ ſpiel des, dem hieſigen Publikum bereits vortheilhaft bekannten Baſſiſten, Hrn. Reichel, erhöhtes Intereſſe. Die Par thie des Bertram bietet Gelegenheit genug zur Auszeichnung u. dieſe wurde auch von unſerm Gaſte reichlich benüzt. Ein ſeltener Stimmumfang, markiger Klang, beſonders in den tiefen Tönen, überraſchen den Zuhörer ſtünde mit dieſem wundervollen Organe ein kunſt gebildeter Vortrag im Einklange: ſo könnten wir Hrn. Reichel unbedingt den deutſchen Lablache nennen. Der Gaſt fand eine äußerſt beifällige Aufnahme, der Glanzpunkt ſeiner Leiſtung war die große Arie im 2. Akte. Dlle. Carl war wieder eine ganz ausgezeichnete Iſa bella; mit liebenswürdiger Leichtigkeit bemeiſterte ſie die ſchwierigen Stellen ih rer großen Bravourarie. Sie ward meh⸗ rere Mal gerufen. Lobenswerth war Olle. Rauch als Alice. Die Parthie des Robert überſteigt die Kräfte unſeres ſonſt ausgezeichneten Stoll; doch iſt nicht

Mittwoch, 15. Zäner. p S DD

1840.

zu läugnen, daß ſich der Künſtler mit der gigantiſchen Aufgabe viele Mühe gab und im Laufe des Abends einige herrliche Momente bot. Beſondere Erwähnung verdient Hr. Unrein, als Reimbaut, deſſen Mitwirkung im Duett des 2. Aktes von ſchöner Wirkung war. Die Chöre wirkten nicht mit ge wohnter Präziſion, obwohl zahlreich, ſchienen ſie doch ſchwach beſezt. Der Schauspieler, Hr. Jerrmann, wählte zu ſeinem erſten Gaſtſpiele Leſſing's Nathan, er präſentirte ſich als einen äußerſt gewandten und kunſtverſtändigen Mimen, und führte dieſen ſchwierigen Charakter, beſonders im deklamatori ſchen Theile, mit künſtleriſcher Vollen dung durch. Die Ring⸗Erzählung im 3. Akte ſchaffte ihm einſtimmigen Ap⸗ plaus. Er ward wiederholt gerufen. Ich werde noch ſpäter Gelegenheit haben, auf das eminente Talent dieſes Gaſtes zurükzukommen. Lieblich war Olle. Müller, als Recha; ausgezeichnet Hr. Vörger, als Tempelritter. Er ſpielte mit Anſtand und Gefühl, ſo wie er überhaupt in allen ſeinen Leiſtungen den verſtändigen, denkenden Schauſpieler durchbliken läßt. Mad. Deny, ſo wie die Herren Berg und Dietrich ver dienen lobende Erwähnung. Semper idem.