3
ſpielperſonal und beſonders verdienen die Damen Vinder, Herbſt, Frey, Zängl und die Herren Bayer, Polawsky, Fi— ſcher und Dietz mit Auszeichnung genannt zu werden. Auch„die Waſſerkur“, die— ſes in's Luſtſpieliſche überſeztes„Kabale und Liebe“, hat ſehr gefallen.— Am Sylveſterabend ſahen wir Gerle's„Aben— teuer einer Neujahrsnacht.“ Den Schluß bildete ein Epilog und das gänzliche Ende waren einige Szenen aus der Oper: „die Ghibellinen“, die in den Faſten zur Aufführung kommen ſollen. Gut Ding will Weile haben! A.
Werk ſofort für ſeine Vrivat-Bibliot het beſtellen; indeß waren die hier vorhan— denen Exemplare ſo raſch vergriffen, daß dem kön. Befehl erſt den folgenden Tag Genüge zu leiſten möglich war.— Prof. Krug in Leipzig hat ein Schrift⸗ chen unter dem Titel herausgegeben: „Die europäiſche Trilogie, oder Chri— ſtenthum, Türkenthum u. Papſtthum, ein welt hiſtoriſches Weihnachtsprogramm.““ Die Rükkehr der unürten Griechen zur ruſſiſchen Kirche, die türkiſche Magna Charta und die römiſchen Verhältniſſe machen den Inhalt aus.
Literatur.
Literariſches Portefeuille. Die journaliſtiſche Literatur Berlins hat ſeit Anfang d. J. eines ihrer äl⸗ teſten Blätter, den ſchon länger als 35 Jahren beſtehenden„Freimüthigen“, welcher einſt unter Merkel's und Kotze⸗ bue's Leitung in beſſeren Zeiten eine ſo glänzende Stellung in der deutſchen Literatur behauptete, verloren. Das Blatt geht aus Mangel an Theilnah— me, auch in Folge von Cenſurverhält— niſſen ein. Einen intereſſanten Verſuch, politiſche, ſoziale, kritiſche und belle⸗ triſtiſche Intereſſen in einem Tagesblatte zu verbinden, macht jezt Dr. Theodor Mundt mit der Herausgabe eines Jour nals,„der Pilot.“— Seit langer Zeit hat hier in den höheren und höchſten Kreiſen kein neuerſchienenes Werk ſo viel Aufſehen erregt, als St. Roche, der neueſte Roman der Verfafferin von Gadwin-Caſtle. Man erzählt, Alexan—⸗ der v. Humboldt, habe in einem ſchmei— chelhaften Schreiben an die Verfaſſerin, ſich ſehr beifällig über dieſes neue Er— zeugniß ausgeſprochen; außerdem haben die Prinzen u. Prinzeſſinen des königl. Hauſes es mit nicht geringerem Inte⸗ tereſſe angenommen, als früher God—
win⸗Caſtle, ſelbſt der König ließ das
Mignon-Zeitung.
Potpourri aus Paris. Be⸗ reits werden hier Maskenbälle gegeben. Bei einem derſelben ereignete ſich fol⸗ gendes Abenteuer. Ein junger Maler, ſterblich verliebt in eine treffliche Dame, deren Gemahl im Punkt der Galanterie keinen Spaß verſteht, nahm eine Arme— nier⸗Maske und verfolgte unaufhörlich die Zielſcheibe ſeiner närriſchen Liebe, die ihrerſeits einige ſchwache Anſtrengun— gen machte, um die zudringliche Maske von ſich zu entfernen. Der Gatte, der der Beharrlichkeit des Armeniers, ſeine Gemahlin wie ein Schatten zu verfolgen, überdrüſſig wurde, und der vermuthete, daß hier bereits Liebe im Spiele wäre, näherte ſich der Maske und gebot ihr, in einem Tone, der ſeinen Zorn nicht verbergen konnte, mit ſeiner Gemahlin nicht weiter zu ſprechen. Der Maler ſah bald, daß mit dem Manne nichts zu reden ſei, und daß es für ihn nicht gut ablaufen würde, falls er ſeine Verfol— gungen fortſezen würde; er empfahl ſich daher und verlor ſich unter die Menge. Nach einigen Minuten befand ſich unſer Maler in Geſellſchaft eines jungen, ge⸗ kenhaften, eingebildeten und in ſich ſelbſt verliebten Menſchen. Dieſer ſchöne Don Juan war als Seemann waskirk.


