99
neval zu Mailand.— Tamburini. Baß. Schöner Sommertag. Zu Paris.
Mexico.„Norma“ iſt nun auch nach Amerika geſchifft. Dem. Albini gab die Oberdruide zu Mexico. Der ge⸗ ſpendete Beifall galt mehr der herrli⸗ chen Muſik als ihrer Ausführung.
(Echo⸗)
Literatur.
Mailand. Die Zahl der im Laufe des Monats September dieſes
Jahrs, in der Lombardie gedrukten Werke beträgt, die Fortſezungen ſchon früher begonnenen, und die Zeitſchrif⸗ ten nicht mitgerechnet, dreiundvierzig; nebſtdem erſchienen neunundachtzig kur— ze Abhandlungen über, in das Gebiet der Medizin und Chirurgie gehörende Gegenſtände, welche nach der bei der Univerſität zu Pavia beſtehenden Sit— te, von den Kandidaten der Doktors⸗
würde in dieſen beiden Fächern, ver⸗ faßt und bekannt gemacht wurden. Un⸗ ter erſteren findet ſich wenig Ausge⸗ zeichnetes.— Von Muſikalien erſchie⸗ nen in der Lombardie im leztverfloſſe⸗ nen September zweiunddreißig Num⸗ mern. Unter ihnen ſind drei Fantaſien von Lißt, Variationen über ein The⸗ ma der Sonnambula, von Schoberlech⸗ ner, für das Pianoforte, und zwölf Studien für die Violine von Roll a das Bemerkenswertheſte; Ricordi iſt der Verleger. An Geſangsſtüken muß ein recht niedliches Duett von Do ni⸗ zetti:„Nella camera soletta“(Mai⸗ land bei Canti) und eine Serenade in neapolitaniſchem Dialekte von Curci (ebenfalls bei Canti) erwähnt werden. (Echo.)
Mignon⸗Zeitung.
Feuilleton aus Wien.
XXIII. Im k. k. Burgtheater debütirte
am 10. Dez. Hr. Marr, v. Braunſchweig⸗ ſchen Hoftheater, als Schewa, in Cum⸗ berland's„Juden.“ In einer der Glanz⸗ parthien des unvergeßlichen Coſtenoble aufzutreten, war für unſern Gaſt kein kleines Wagniß, doch erfolgreich löſte Hr. Marr die ſchwierige Aufgabe. Er wurde fünfmal gerufen. Wenn Herr Marr, wie zu erwarten, auch in ſei⸗ nen fernern Gaſtſpielen die Gunſt un⸗ ſeres kunſtſinnigen Publikums zu ſeſ⸗ ſeln vermögen wird, ſo dürfte ſich ſo⸗ dann bald der Wunſch verlautbaren, ihn an der Stelle des frühverſtorbe⸗ nen Coſtenoble angeſtellt zu ſehen; Geſtern, den 14. Dez., kam auf die⸗ ſer Hofbühne ein neues Schauſpiel:„des Stranders Tochter“, nach dem Eng⸗ liſchen des Sheridan⸗ Knowles, von Treitſchke zur Aufführung u. die gün⸗ ſtigſte Aufnahme wurde ihm zu Theil. Dem Vernehmen nach, wird ebenda⸗ ſelbſt das jüngſte Produkt der ſchreib⸗ ſeligen Mad. Virch⸗Pfeiffer:„Rubens in Madrid“ eifrig einſtudirt.— Das berühmte Tänzerpaar Perrot u. Griſt tanzten am 9. Dez. zum erſten Male in dem Ballete„das Stell'dichein“ bei erhöhten Preiſen, einer Auszeich⸗ nung, welche nicht einmal den vergöt⸗ terten Elslers zu Theil geworden, mit ſtürmiſchem Applauſe.— Von dem deutſch filtrirten„Elisir d'amore“ ſchlürfen unſere Opernfreunde ſchon durch drei Abende in vollen Zügen u. der feurige Nettare di voce der liebli⸗ chen Lutzer und des jugendlich kräfti⸗ gen Schmetzer bringt Alles zur fröh⸗ lichſten Aufregung. Nur Staudigl als Dottore geht unbemerkt vorüber, er mag wohl Alles ſein, aber ein Buffo iſt er nicht.— Von einem neu aufge⸗ tauchten Kompoſiteur, Namens Püttlin⸗ ger, wird daſelbſt eine Oper:„Turan⸗ dot“ zur Darſtellung vorbereitet.— Alexandre, der ſtaunenerregende Pro⸗ teus, wird hier mit ſeiner unſichtbaren


