Waſſer. Er ſchwamm ſehr gut, al⸗ lein der Gendarme leider auch. Es be ginnt ein Seegefecht, die Menſchen menge ſteht am Ufer, klatſcht Veifall und wettet auf den Sieger. Der Ga min gewinnt Vorſprung, er erfaßt ſchon das andere Ufer, da ſieht er ſich verlo ren, dort ſteht ebenfalls ein Mann der Ordnung, um ihn in Empfang zu neh⸗ men. Nun ſtürzt er ſich zurük in die Fluthen, ſpringt auf ſeinen Verfolger los, und hält ihn einige Zeit unter dem Waſſer. Allein der Kampf wird endlich ungleich, Theophile gibt ſich gefangen. Im Gerichtshof ſuchte er ſich damit zu entſchuldigen, er habe nicht gewußt, daß es ein Mann der Police ſei, der ihn im Waſſer verfolgt, denn im Waſſer ſei die Uniform nicht er kenntlich geweſen.Um mich zu ver⸗ dammen, ſagte er,muß man mir erſt beweiſen, daß ich wußte, mein Verfolger ſei ein Beamter der Polizei geweſen! Die Gendarmen ſelbſt ba⸗ ten für ihn um Gnade; man ſchikte ihn auf 6 Tage ins Gefängniß. Der Sultan Mahmud hatte in Paris ein ſilbernes Thee-Service mit 12 Taſſen beſtellt, und dabei beſtimmt, daß ſämmtliches Geſchirr Figuren von Frauen in den anmuthigſten de. Stel lungen in geſchmakvoller Ciſelir-Arbeit enthalten ſolle. Ein Pariſer Künſtler hat ſich mit dem Auftrag viele Mühe gegeben, iſt aber nicht zur beſtimmten Zeit fertig geworden, und ſo iſt die Sache jezt bei dem Gerichte anhängig gemacht, welches in einigen Tagen darüber entſcheiden wird. Mary, bei Beſchreibung eines Feſtaufzugs der ßigkeitgeſellſchaft zu Liverpool, in der Revue de Paris, macht folgende Be merkung:Ich bin ganz vernarrt in die engliſche Muſik. Jeder Muſſker ſpielt mit einer Unabhängigkeit, wel

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che mir zu ganz beſonderer Freude ge reicht; jeder arbeitet für ſich u. küm⸗ mert ſich wenig um ſeine Nachbarn. Ein engliſches Orcheſter beſteht aus el⸗ ner Menge von Solo's, die nicht jene Einförmigkeit des Enſemble's haben, welches man in der Oper und bei den Italiens zu bewundern pflegt. In der That, ein engliſcher Künſtler hat nicht auf ſeine Bürgerrechte verzichtet; in⸗ dem er eine Klarinette oder ein Horn zur Hand nimmt, ſteht es ihm frei, nach ſeiner Phantaſie zu ſpielen und den Deſpotismus eines Direktors des Orcheſters von ſich abzuſchütteln; alle Tyrannei iſt ihm verhaßt. Ein Orche ſter bei ihnen iſt wie eine repräſenta⸗ tive Harmoniekammer, wo jedes Mit glied ſeine Freiheiten bewahrt u. ſeine Stimme in die Noten-Urne legt, wie ihm gefällt. Führwahr, dieſe ſympho⸗ niſche Freiheit führt oft ziemlich ern ſte Mißlichkeiten für die Zuhörer her⸗ bei; aber zuch die Zuhörer haben ja das ea nicht zuzuhören. BV.

Frankfurt. Das hieſige Kon⸗ verſationsblatt ſagt:Die ſchon ſeit einigen Tagen ſich eingeſtellte Erſchei nung der ſogenannten fliegenden, oder auch fliehenden Sommers(franz. Fi- lets de St. Martin, oder: Cheveux de la Ste. Virge), gibt Hoffnung für fort beſtehende heitere Tage dieſen Monat hindurch, ſo wie ſolche gegen Ende des März einen heitern Frühling verkün⸗ tigt. Früher betrachtete man dieſelbe alt ein atmoſphäriſches Meteor oder auch als eine verdichtete Pflanzenaus dünſtung, bis der verſtorbene Natur forſcher Vechſtein zeigte, daß ſolche das Gewebe einer kleinen Feldſpinne ſei, die er fliegende Sommerſpinne(aranea obtextrix) nennt, wie die Größe eines Nadelknopfs.

A.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.