31
Nötzl, als vlelſeltig gebildeter Schau⸗ ſpieler obenan. Sein Kunſtſtreben ward mit dem beſten Erfolge gekrönt; möge auch ſeiner Leitung des Muſentempels gleicher Lohn werden!— Hr. Thome iſt ein wakerer Schauſpieler, der be⸗ ſonders in Konverſationsſtüken ganz auf ſeinem Plaze iſt.— Ein routinir⸗ tes und ſehr verwendbares Mitglied iſt Hr. Regiſſeur Juſt; in Peſth kennt man noch wohl ſeinen Kluk, im„Feſt der Handwerker.“— In der obener⸗ wähnten Volkspoſſe machte ſich Herr Strauß(Wolferl) als Komiker vor⸗ theilhaft bemerklich; er übertrieb nicht und wirkte mit Jovialität. Dem. Ma⸗ tureny(Nettel) war eine liebenswür⸗ dige Erſcheinung. Sie iſt bildſchön, das weiß man auch in Peſth; aber wir bemerkten nun auch mit Vergnügen, daß ſie ſich in größern Parthien der
Lokalkomik mit vielem Glüke bewegt.
Ihre Stimme paßt gar allerliebſt zu dieſem Genre. Sie erhielt vielen Bei⸗ fall. Wir werden nächſtens noch Gele genheit haben, über andere Mitglieder zu ſprechen. P. Berlin. Hr. Rott, vom Thea⸗ ter in Peſth, begann am 3. April ſei⸗ ne Gaſtrollen auf der königſtädtiſchen Bühne. Er gab den Wurzel in Rai— mund's„Bauer als Millionär“, erwarb ſich einſtimmigen Beifall und ward am Schluſſe gerufen. W. München(7. April). Das vor⸗ geſtrige große Konzert im Saale des Odeon, deſſen ganze Einnahme zu Beethoven's Denkmal beſtimmt war, hatte eine ſehr zahlreiche Verſammlung angezogen, die durch die Anweſenheit Ihrer Majeſtäten und der königl. Ja⸗ milie verherrlicht wurde. Die Kompoſi— tionen Beethoven's wurden mit ſelte— ner Präziſion vorgetragen und erhiel— ten die allgemeinſte Anerkennung. Hrn.
Pellegrini's klangvolle Stimme, wel⸗ che in einem Terzett mit Hrn. Bayer
und Fräulein dan Haſſelt durch den weiten Saal mit Kraft ertönte, ward ſelbſt v. Denen bewundert, die Lablache gehört haben. Mad. Dahn trug el— nen Prolog, von Daxenberger gedich— tet, zu Anfange vor. Jedermann ver- ließ befriedigt den Saal. Die Ein⸗ nahme betrug ungefähr 1800 fl.— Ge— ſtern Abend trat Mad. Mink, vom Theater zu Peſth, als Norma auf. Sie hat eine ſchöne Sopranſtimme und große Geläufigkeit, ſo daß ſie gleich nach den erſten Nummern, wo ſie noch etwas verlegen ſchien, mit großem Bel⸗ fall belohnt und am Schluß des er⸗ ſten Akts herausgerufen wurde. Bei dieſer günſtigen Aufnahme verlor ſich ihre anfängliche Schüchternheit ſehr bald; ſie erntete am Schluſſe der Oper den lebhafteſten Beifall, und wurde abermals hervorgerufen. Man hofft, daß ſie noch in mehreren Gaſtrollen auftreten werde, da für unſere Oper wohl noch eine gute Sängerin nicht überflüſſig ſein würde. N.
Allerlei.
Buntes aus Paris. Der Vall im Theater Ventadour, zum VBe— ſten der dürftigen Engländer in Paris, war ſehr glänzend. Eine engliſche Herzogin zog durch die Menge ihrer Diamanten und ihren reichen Anzug die Bewunderung auf ſich; eine andere Herzogin hatte eine Quadrille arran— girt, und Lady Granville erſchien mit Gefolge von 12 jungen Damen, welche die 12 Monate des Jahres darſtellten. Auch die Herzoge von Orleans und von Nemours waren zugegen. Die Ein⸗ nahme fiel ſehr bedeutend aus.— In Lille iſt eine Frau von einem Kna⸗ ben entbunden worden, der dem Ge— burtshelfer einen elektriſchen Schlag, wie bei Berührung eines Raub ſiſches, verſezte, und in eine Wiege mit glä⸗


