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demſelben Abend daſſelbe Stük zum Erſtenmal. In Peſth gab Mad. Grill in Ofen die anmuthige Dem. Müller die Hauptrolle, den Taugenichts näm lich.) Hag. Ofen(9. April). Geſtern ward unſer Theater unter der Direktion des Hrn. Philipp Nötzl!] wieder eröff⸗ net. Gegeben wurde(als Prolog): Sieg des Vertrauens, dramatiſches Gedicht mit Chören in 1 Akt von Wilhelm Lugo. Muſik vom Kapellmei⸗ ſter Wimmer. Tanz und Gruppirung vom Balletmeiſter Kaczer. Hierauf:die Bekenntniſſe, Luſtſpiel von Bauern feld. Der äußere Schauplaz bot einen ſehr freundlichen und überraſchenden Anblik dar. Die wirkungsvolle Male rei deſſelben iſt von Hrn. Wagner; die Dekorirung von den H. H. Traurig und Wuſtlich; der Veleuchtungs-Ap⸗ parat von Hrn. Tummler; die ge ſchmak volle Aſtral-Lampe von Hrn. Kaufmann. Der Prolog hat einige tiefgefühlte und gut gemeinte Stellen und ward von den Damen Dem. Zett ler und Dem. Müller, ſo wie dem Di rektor Nötzl recht gut exekutirt. Lez terer ſprach ſehr herzlich, und ſeine Beklommenheit war ſichtbar. Die Grup pirungen und Tänze waren ſinnig ge ordnet und ausgeführt. Die Dekora tionen des Hrn. Engert ſind trefflich. Die neue herrliche Vorderkortine des Hrn. Neefe iſt würdig dieſes Meiſters und kann jener in Peſth an die Seite geſtellt werden. Nach dem Prologe ward Hr. Nötzl gerufen; er dankte kurz, beſcheiden und gut. Hr. Neefe ward auch gerufen, ſcheint aber nicht zuge gen geweſen zu ſein. Bauernfelds Luſtſpiel ward hierauf mit vielemßleiße und ſeltener Rundung gegeben. Wir lernten hier vorzüglich zwei Schau ſpielerinen und einen Schauſpieler ken nen, die alle Achtung verdienen, und Vühnen vorzüglichen Ranges zieren

würden. Dem. Müller, welche bie Ju⸗ lie gab, iſt eine äußerſt liebliche Er⸗ ſcheinung. Sie war die Grazie der Vorſtellung. Von der Natur reichlich mit anmuthigen Spenden ausgeſtattet, beſizt ſie ein Darſtelltalent und eine Tournüre die ihr alle Herzen gewinnen. Wir freuen uns auf die folgenden Lei ſtungen dieſer freundlichen Tochter Thalias. Dem. Zettler gab die Anna v. Linden! und bewährte ſich als eine denkende Schauſpielerin, die Verſtand und Gemüth ſchön zu vereinen weiß. Ganz vorzüglich gefiel uns Hr. Thoms (Baron Adolf), ein wohlgeſtalteter Schauſpieler, der ſich ſehr frei und ungezwungen bewegt und des Konver ſationstons vollkommen Meiſter iſt. Hr. Nötzl(alter Zinnburg) iſt ſchon als verſtändiger Schauſpieler hier be kannt und bewährte auch diesmal ſei nen alten Ruhm. Uebrigens ſind noch die H. H. Kurt(Kommerzienrath) und Goubau(Bitter) zu erwähnen. Das Publikum nahm das Luſtſpiel mit gro⸗ ßem und verdientem Beifall auf. Dem. Müller und Hr. Thomè wurden nach dem erſten Akte und Alle am Schluſſe gerufen. So hat denn die neue Di rektion den gehegten Erwartungen voll- kommen entſprochen, und wir hoffen alles Gute für die Zukunft. Diel edeln Bewohner der Hauptſtadt Ofen werden ſich es wohl nicht zu Schulden kommen laſſen, einem ehrenvollen Kunſtſtreben Unterſtüzung zu verſagen. Wir werden von Zeit zu Zeit über die fernern Lei ſtungen dieſer Bühne unſere Bemerkun gen in dieſen Blättern niederlegen. P.

Korreſpondenz.

Prag(3. April). Die Zeit der Monumente iſt gekommen. Schil ler, Beethoven, Goethe, Malibran und Mozart haben Vereine zur Errich tung von Denkmählern hervorgerufen.