oder der Splegel der Zukunft.“ Auch unſer Spiegel wird in Zukunft, die Zukunft dieſes Spiegels der Zukunft, zelgen! Sapperment welch eine Idee Sie mögen ſagen, was Sie wollen, ich bin doch ein gewaltiger Humoriſt.— Reinecke Fuchs.
Frankfurt. Dae Fankf. Kon- berfationsblatt enthält Folgendes über die am 11. Jan. hier gegebene Poſſe von Neſtroy:„die beiden Nachtwand— ler.“„Neſtroy iſt fleißig, er wirft den Schmuz mit vollen Händen in dle of⸗ fenen Mäuler des großen Publikums, welches dieſen verſpeiſ't, als wären es die delikateſten Lekerbiſſen. Man ſollte kaum glauben, daß ſchon ſo ſehr der Geſchmak verdorben ſei, und doch iſt es ſo, iſt nicht allein in Wien ſo, fondern auch an andern Orten. Auch hier fühlte das Publikum zu innige Sympathien für die Giele der Vor— ſtädte Wiens, als daß die regſamen Hände nicht hätten das Bekenntniß der Geiſtesverwandſchaft ablegen und dem Jahann Ariſtophanes Neſtroy den Lorbeerkranz auf das geſalbte Haupt fezen ſollen. Es iſt gewiß keine vor— nehme Prüderie gegen die Volkskomö— die, wenn wir dergleichen Produkte von der Bühne verweiſen möchten, aber die Gemeinheit iſt in Allem zu ſehr ausgeprägt, als daß wan nicht wün— ſchen ſollte, dieſe nicht dem jugendli— chen Publikum ſo in voller Naktheit zu zeigen. Wäre ich Vater einer Toch— ter, gewiß, nie dürfte dieſe die Schwelle des Schauſpielhauſes übertreten, wenn die Geweinheit ſo nakt ihre Orgien dort feierte. Der ganze Wiz des Stü— kes beſteht gus Zweideutigkeiten und nichts weiter. Im Norden von Deutſch— land hat das Publikum ſchon laut an— gefangen, ſich gegen Aufführungen ſol— cher Produkte zu opponkiren, in Ver⸗ lin und Hamburg ſind die Nachtwand— ler und einige andere Stüke des neuen
Ariſtophanes ausgeziſcht worden. Wenn es doch hier auch erſt ſo weit wäre! — Die Aufführung war übrigens gut.“ f Lemberg, Am 6. Jan. iſt Rai, munde„Verſchwender“ zum 4. Male, bei gufgehobenem Abonnement, auf der polniſchen Bühne dargeſtellt worden; das Haus war ſehr beſucht. Ueberhaupt fand dieſes Stük auf der polniſchen Bühne eine wärmere Theilnahme, als auf der deutſchen; wo es zwar auch ſehr gefiel, allein es begeiſterte nicht, wie auf jener. Hr. Nomakowskl gefällt ala Valentin immer mehr. Am 16. d. M. wird der Verſchwender zum 3. Male gege⸗ ben werden. Bauernfelds(2) Luſtſpiel; „Von Sieben die Häßlichſte“, wurde auf derfelben Bühne am 9. d. M. zum zweiten Male mit Beifall dargeſtellt.— Am 8. hat der auf ſeiner Durchreiſe hier weilende Künſtler Hr. Louis Dal— lot, in Neſtrays Poſſe.„Affe und Bräutigam“, den Affen geſpielt und gab uns ein klares Bild deſſen, was Hr. Kliſchnigg leiſtet. Hr. Dallot, welcher bei der jezt in Jaſſy anweſen— den de Bach'ſchen Kunſtreiter-Geſell⸗ ſchaſſt, als erſter Komiker und Gro— tesk⸗Springer engagirt iſt, bleibt ei— nige Zeit in Lemberg, es wäre daher ſehr wünſchenswerth, wenn er uns von ſeiner außerordentlichen Kunſtfertig— keit einige Proben geben wollte. (Mnemoſpne.)
Allerlei.
Buntes aus Paris. Am 10. Januar war bei dem Grafen Ap— pony zur Feier der Vermählung der Erzherzogin Thereſe mit dem König von Neapel großer Ball. Die Anwe⸗ ſenheit des Herzogs von Orleans, der bisher auf den Bällen des öſterreichi— ſchen Botſchafters gefehlt hatte, und


