DMM OHM RUN G Cas Sa. 222 ehe.
2⁴.
Mittwoch, 25. Dezember.
Theater.
Peſth. Einige Benefizen brach⸗ ten uns theils Altes, theils Neues, wovon das Erſtere, wie gewöhnlich ge— diegeneren Inhaltes war. Neu war: „Das graue Männlein oder der unheim⸗ liche Arzt,“ Original- Schauſpiel in 5. Akten von Eduard Devrient, das Hr. Grohmann zu ſeiner Einnahme wählte. Ein ziemlich erträgliches Opus, das zwar keine ſonderliche Originalität beurkundet, aber eine gute, mit wir⸗ kungsrollen Bildern ausgeſtattete Spra⸗ che hat, und nicht ohne Effekt iſt. Hr. Grohmann bewegte ſich, als Kaufherr Diethelm, mit Luſt und Liebe, was ihm auch Beifall erwarb. Nächſt ihm iſt noch der Mad. Grill und der Herren Fiſcher, Klauer und Poſinger zu ge— denken.— Zu den ältern Stüken ge⸗ hört Bäuerles„Aline“, welches Zau⸗ berſpiel Hr. Uhlich wählte, und das durch eine außergewöhnliche Veſezung die Aufmerkſamkeit des Publikums auf ſich zog. Unſere beiden erſten Sänge— rinen nämlich, die Damen Schebe ſt und Mink wirkten, erſtere als Aline, leztere als Cilli, darin mit, welche Parten gewiß noch nie aus Kehlen von ſolcher Kapazität vernommen wurden. Da indeſſen die Cilli eine Lokalrolle iſt, ſo würde man vielleicht zu glauben veranlaßt ſein, daß Mad. Mink im Splele ihr nicht gewachſen geweſen
Mad. Mink
wäre. war ſo liebenswürdig naiv, daß ſie ſich
Im Gegentheil,
ſtürmiſchen Applaus erwarb. Daſſelbe maglauch von Dem. Schebeſt gelten. Im Uebrigen war Alles unbedeutend, mit⸗ telmäßig oder noch darunter. Nur die eingelegten Tänze machten Effekt. Vor⸗ züglich verdienen Erwähnung: die De⸗ moiſellen Wirdiſch, Oxinger und die ſehr talentvolle Betti Moſer.— Das Ganze gefiel ſehr und es bleibt immer ehrenvoll für den Verfaſſer, mit einer Poſſe, die ſeit ſo vielen Jahren ſo un⸗ zählige Mal über die Bühne ging, noch erneuertes Glük zu machen.— Sehr intereſſant war die Veneſize unſerer Dem. Schebeſt. Sie erſchien als Othello in Roſſinis Oper. Obwohl man hier urſprünglich dieſen Part von einer Dame(der hier noch in gutem Andenken ſtehenden Dem. Muck) ſah, ſo iſt es doch ſchon zu lange her(etwa 15— 16 Jahre), und Vabnigg und Wild ſchwebten noch zu deutlich vor Augen, als daß dieſe Erſcheinung nicht etwas Fremdartiges an ſich haben ſollte. Aber kaum war das erſte Entree der Künſtlerin vorüber, als ſich nur eine Stimme zu ihren Gunſten ausſprach. Sie gab den Othello mit ſolcher Wahr— heit, mit ſolcher Kraft und eindruks⸗ voller Mimik, und ſie entwikelte ſolch' eine Fülle von künſtleriſchem Vortrag im Geſange, daß man ihr das Prädi⸗ kat: dramatiſche Sängerin mit faſt eben dem Rechte als mancher Ge⸗


