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Allerlei.

Frank furt. Strauß hat, nach⸗ dem er noch in elner zweiten Tanzge⸗ ſellſchaft ſich produzirt, und dafür eine Belohnung von 500 fl. erhalten hatte, Frankfurt wieder verlaſſen. In Offen⸗ bach und Hanau hat er ſich gleichfalls hören laſſen. Ein in derDidaskal ia enthaltenes Urtheil über ſeine Kon zertleiſtung, wobei nur ſeiner Tanz⸗ muſik lobend, der übrigen Leiſtungen aber nicht ganz beifällig gedacht wor⸗ den war, ſoll ihn gekränkt und be ſtimmt haben, hier kein zweites Kon zert zu geben. K.

Lyon. Im ſüdlichen iſt der Winter mit ſolcher Strenge und ſo frühzeitig eingetreten, daß die äl⸗ teſten Landleute ſich deſſen nicht erin⸗ nern. Am 13. November boten die Pro⸗ vence und Languedoc den Anblik Si⸗ biriens dar; die noch grünen Bäume waren dermaßen mit Schnee bedekt, daß ſie unter der Laſt deſſelben brachen. Man fürchtet für den Oelbau, denn nicht blos die kaum begonnene Ernte von 1835 hat gelitten, ſondern man beſorgt auch, daß die Bäume erfroren ſeien, und 8 bis 10 Jahre keinen Er⸗ trag mehr geben werden. Der Verluſt iſt ungeheuer. Der Landmann ſchreibt ſein Unglük dem Kometen von 1855 zu, der aber an dem ſchlechten Herbſt wohl eben ſo unſchuldig iſt, als ſein Kollege von 1811 an der damaligen ſchönen Witterung. C.

Straßburg. Hier hat man kürz⸗ lich den Münſterthurm mit einem Bliz⸗ ableiter verſehen, und das Abzugsloch gerade an der Stelle angebracht, wo Erwin v. Steinbach, der unſterbliche Erbauer des Münſters, mit Frau und Sohn, ſeit 600 Jahren begraben lag,

wie eine Inſchrift deutlich beſagt. Die Knochen wurden ausgegraben und mit einem Wagen voll Unrath auf einen öffentlichen Spazirgang geworfen, wo Alterthums freunde ſie hervorſuchten. Erſt als dieſe abſcheuliche Profanation vollzogen war, wurde bei der Behörde Anzeige gemacht, und man erwartet nun, daß dieſe ihre Nachläſſigkeit wie⸗ der gut machen, und den Gebeinen des unſterblichen Architekten eine würdige Ruheſtätte anweiſen werde. 2. Hanau. Auch Hanau hat nun Strauß gehört, oder vielmehr(wie die hieſige Zeitung ſich ausdrükt) ihn zu hören das Glük gehabt. Zum Dank für die freundliche Aufnahme verſam melte er nach beendigtem Konzert un⸗ aufge fordert nochmals ſein Orcheſter, ließ von Neuem ſeine lieblichen Tänze erſchallen, und wie von Oberon's Horn bezaubert, tanzte Jung und Alt bunt durcheinander. S. Paris. Saint Phal, ehemals einer der beliebteſten Schauſpieler des Theatre⸗frangais, und einer der merk⸗ würdigſten Männer ſeiner Zeit, iſt die⸗ ſer Tage im 8ꝛ2ten Lebensjahre zu Pa⸗ ris verſtorben. Am Meiſten bewundert wurde er als Meinau inMisantropie et Repentir(einer Nachbildung des Kotzebue' chenMenſchenhaß u. Reue). Seit Jahren lebte er im Ruheſtand, mit einer Penſon von 8500 Fks. BV. Moskau. Im Auguſt d. J. ſezte ein zartgebautes hübſches pol ni⸗ ſches Mädchen von 16 Jahren das Mos⸗ kauer Publikum durch Schnelllau fen in Erſtaunen. Mit unbeſchreiblicher Leich⸗ tigkeit, Anmuth und einem wenig be merklichen Aufwande von Anſtrengung legte dieſe neue Atalante einen Weg, der über 17 Werſte(23 deutſche Mei⸗ len) beträgt, in einer halben Stunde zurük. 8.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.