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Mittwoch, 14. Januar.

1855.

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Theater.

Peſth(15. Jan.). Das neue Jahr begann auch auf unſerer Bühne mit einer Neuigkeit. Nach einem kur zen Prologe, verfaßt von Carl Haff mer, den, ſtatt Hrn. Grimm, Mad. Grill vortrug, wardFolgen einer Mißheirath, Gemälde aus dem Le ben, in 4 Akten nach dem Franzöſi⸗ ſchen von Caſtelli gegeben. Ein Ge mälde aus dem Leben ſollten alle dramatiſche Werke, wenigſtens alle ſo⸗ genannten Konverſationsſtüke darſtel⸗ len. Nun iſt auch wahr, daß das in Rede ſtehende Stük mehr als viele an⸗ dere auf dieſes Epithet Anſpruch zu machen berechtigt iſt, in ſo weit es eine ſo ziemlich gewöhnliche Alltagsgeſchich te zur Baſis hat. Die vorkommenden theatraliſchen Situationen ſind zwar effektvoll, aber eben ſo unwahrſchein lich, wie in den meiſten Luſtſpielen neuerer Zeit. Indeſſen trifft man ſo manches Leichte, ſo manches Gefällige in dieſem Stük, das ſich die Zunei⸗ gung des Publikums ſo ziemlich erwer ben muß. Das Schauſpiel gefiel und es wäre zu wünſchen, daß in dem begonnenen Jahre, wenigſtens nichts Gehaltloſeres zum Vorſcheine kom⸗ men möchte. Unter den Darſtellenden

war am bozüglichſten Dem. Ley n⸗

ſitt, die ſich auch des größten Bei⸗ falls erfreuete. Am 5. Januar

ward zur Benefize der Dem. Wil⸗ denauer die OperNorma gegeben. Wir danken es dieſer Schauſpielerin ſehr, daß ſie die Repriſe dieſes liebli chen Tonwerkes veranlaßte. Dem. Schebeſt erſchien nach einer langen Krankheit wieder als Adalgiſa auf der Bühne und ward von dem ſehr zahl reichen Publikum mit wahrem Enthu ſiasmus empfangen. Sie ward bekränzt und zwiefach beſungen. Auch Mad. Munk erhielt gebührende Anerkennung: auch ihr wurden Verſe geſtreut. Die Melodie that das Ihrige, um der Oper jene unvergängliche Aufnahme zu ſi chern, die ihr überall zu Theil ward. Am 5. Jan. ſollte Dem. Tuffner, wegen ihrer beſondern Verdien ſte, eine Benefize haben und das alte Schauſpiel:der Fakeljunge von Cre mona ward dazu beſtimmt, aber ein Krankheitsfall verhinderte die Aus füh rung dieſes Vorhabens, und dieſe Be nefize fand geſtern ſtatt.Rollas Tod von Kotzebue war die neue Wahl der Dem. Tuffner, in welcher wieder Hr. Katzianer gaſtirte, nach dem er am 7. Jan. inFridolin den neuen Cyklus ſeiner Gaſtrollen eröffnete. Am 10. Jan. ward zum Vortheil des Hrn. Theaterdichters Carl Haff ner ein von ihm ſelbſt verfaßtes neues Phantaſiegemälde, betitelt:Blocks Todtengruft gegeben. Dieſes Produkt hätte ein beſſeres Schikſal verdient, als es erlebte. Dem Ganzen man⸗