4

80 a

2

Söhne. Leider war ſie diesmal in der Wahl nicht ſehr glüklich, was wir vom Herzen bedauern. Die Tänzerin, Dem. Ochſinger wählte zu ihrer Ve neſize Bäuerles ſo bekannte und be liebte Burleske:die falſche Catalani, die am 7. d. M. in die Szene kam und gewiß noch mit neuem Vergnügen an⸗ geſehen wurde. Am 6. d. M. gab man zum ſechſten Mal, bei übervollem Hauſe, Neſtroy'sZu ebener Erde und erſter Stok. Das Sonntagspublik um kann ſich noch nicht von ſeiner Ver⸗ wunderung erholen. Auf ein Mal in zwei Geſchoſſen ſpielen, und zu gewöhn⸗ lichem Eintrittspreiſe, ſah es noch nie! i J. M.

Gran, 28. Novy. Seit kurzem befindet ſich hier wieder eine wandernde magyariſche Schauſpieler-Geſellſchaft, unter der Direktion des Hrn Gabriel Baky. Die übrigen Schauſpieler ſind!: Hr. Ragalyi, Hr. Meßaros, Hr. Be⸗ renyi der ältere und der jüngere, Hr. Pap, Hr. Szölöſy; und die Scha u⸗ ſpielerinen: Frau Baky, Frau Szalay, Frau Meßaros, Maria N., Vertha N.

Ry.

Wien(2. Dez.). Mad. Ret⸗ tich erſchlen als neu engagirtes Mit- glied des k. k. Hofburgtheaters zum erſten Male als Desdemona. Sie gab dieſe Rolle mit wahrer Vollendung und ward zweimal ſtürmiſch gerufen, ein Umſtand, der auf dieſer Bühne ein höchſt ehrenvolles Zeugniß für die Leiſtung der Künſtlerin gibt, wahrend das un⸗ mäßige Hervorrufen auf andern Thea tern ſchon längſt zweideutig geworden. Herr Anſchüz(Othello) und Herr La Roche(Jago) übertrafen ſich ſelbſt. Die Gaſtſpiele der Dem. Hagn füllen noch immer das Haus, ohne beſonderes In⸗ tereſſe zu erweken. In Eaſtelli's Schwäbin ſprach ſie übrigens durch den Reiz ihrer äußern Erſcheinung und durch eine ziemlich natürliche Drollig⸗

keit ſehr an. Im Hoſoperntheater bewährt ſich Auber'sVallnacht noch immer als Zugmittel. SeinEhernes Pferd ſoll nächſtens zur Au fführ ung kommen. Die Freude, Mad. Schröder⸗ Devrient bewundern zu können, iſt uns zu Waſſer geworden, denn ſie geht nach München, und läßt uns nichts als die Hoffnung, daß ſie vielleicht wiederkehrt, und dann abermal unpäßlich wird. Für ſolche Krankheiten ſollte Meiſter Schelle Präſervativ-Mittel wiſſen, dann wär' er mein Mann.Adelheit von Frankreich tanzte zum Vortheile der Delle Aline Dorſey als willkom⸗ mene Repriſe über die Bretter. Im Joſephſtädter Theater gab man zum Vortheile des Hrn. Dietrich ein hiſto⸗ riſches(2) Luſtſpiel in 4 Aufzügen nach Federici von Blum:Pietro Metaſta⸗ ſio. Das Stük iſt ein Räthſel, die Auflöſung heißtNichts, über⸗ haupt heißt auch das ganze Stük nichts. Geſpielt wurde gut. Hr. Nonne, vom deutſchen Theater in Odeſſa, rüttelte KlingemannsFauſt aus ſeinem lan⸗ gen Schlummer, in dem er, Gottlob! ſchon ſo lange gelegen. Hr. Nonne gab den Fremden ſo, ſo, mir kam er in dieſer Rolle ganz fremd vor. Es ſei auch weit entfernt, den Gaſt und ſein Talent nach dieſer ſchon vom Dichter verkrüppelten Rolle zu beurtheilen, zudem er in einer ſpätern Gaſtvorſtel⸗ lung den Oſſip inIſidor und Olga mit vielem Geſchike ſoll gegeben haben. Herr Dietrich, als Fauſt, war ſehr brav und Mad. Pann, als Käthe, aus⸗ gezeichnet. Im Theater an der Wien erlebten wir eine neue Lokalpoſſe mit Geſang in 3 Akten von einem Unge⸗ nannten,die Mißverſtändniſſe be⸗ namſet. Der Verfaſſer ſoll Anfänger im Gebiete der dramatiſchen Muſe ſein, und ſomit paſſirt! Eine andre Novi⸗ tät, die auſ dieſer Bühne zur Auf⸗ führung kam, erregte Senſation. Es