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Mittwoch, 9. Dezember.

Theater.

Peſth,(8. Dez.). Am 26. Nov. kam Bauernfelds vieraktiges Luſtſpiel: Bürgerlich und Romantiſch zur er⸗ ſten Aufführung. Ueber den Gehalt dieſes Luſtſpiels haben ſich bereits die Wiener Korreſpondenten des Spiegels ma nig fach ausgeſprochen und wir haben nur zu wiederholen, daß das Stük zwar in der Anlage und in der techni⸗ ſchen Durchführung etwas auf ſchwa⸗ chen Füßen ruht, hingegen ſolche vortreffliche Einzelnheiten beſizt und namentlich im Dialoge ſo viele Schön⸗ heiten und überraſchende Wendungen darbietet, daß man es ſchon deshalb zu jenen guten Luſtſpielen zählen kann, deren Glükl auf jeder Bühne geſichert

iſt. Hier hat es ungemein gefallen.

Die Darſtellung war im Allgemeinen gelungen; der Vf. hat den Schauſpie lern ſehr in die Hände gearbeitet, was ſicher nicht eines ſeiner geringſten Ver⸗ dienſte iſt. Am 5. Dez. kam eine neue Oper auf! das Repertoir. Zum Vortheil des talentvollen Sängers, Hu. Erl gab man:Catharina von Gui ſe, Oper in 2 Akten von Romani, Muſik von Donizetti. Das Libretto iſt ſehr einfach und etwas minder ſinn⸗ los als die gewöhnlichen ital. Operntex te. Es ſind nur im Ganzen ein Paar Szenen, welche ſich nicht ſehr verwir ren ließen. Donizettis Muſik erman⸗

gelt es an Tiefe und Charakter, das iſt aber Italieniſch. Hingegen ver miſſen wir auch nicht Geſang, Melo die, glühenden Ausdruk und Grazie, was ebenfalls Italieniſch iſt. Wenn große Kräfte ſich in dieſen Parten verſuchten, konnte der Oper das Fu- rore nicht entgehen; deutſche Provin zialbühnen aber müßten darin ſcheitern. Nichtsdeſtoweniger war die hieſige Exe⸗ kution faſt erträglich. Vorzüglich waren es die Damen Schebeſt und Mink, die in ihren Parthen ſehr brillirten. Die Erſere ſang ihre Cavatine im er ſten Akt mit großer Anmuth und herr⸗ lichem Vortrage. Hr. Erl leiſtete Ver⸗ d ienſtliches, obwohl ſein Part nicht ganz für ſeine Stimmlage zu paſſen ſchien. Auch Hr. Watzinger hatte glük⸗ liche Momente. Am meiſten ſprachen an: das Duett zwiſchen den H. H. Watzin⸗ ger und Erl, die Cavatine der Dem. Schebeſt, und das Duett der Mad. Mink und des Hrn. Erl im erſten Akt z ferner die herrliche Arie des Hrn. Erl und das vortreffliche Duett zwiſchen Mad. Mink und Hru Watzinger im 2. Akt. Chor und Orcheſter hätten beſſer ſein können. Die Oper wird ſich übri⸗ gens, aus oben angeführten Urſachen, nicht lange auff dem Repertoir erhal ten. Unſere verdienſtvolle und treff⸗ liche Schauſpielerin Mad. Deny, die gewiß vor Allen den Namen Künſtle⸗ rin verdient, gab zu ihrer Benefize das alte Melodrama:Salmonaͤg und ihre