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große Schröder, die ausgezeichnete Ret⸗ tich und der Gemahl der Lezteren ſind im k. k. Hopftheater engagirt, und ſo⸗ mit wären wieder zwei unſchäzbare Edelſteine in den Künſtlerkranz die⸗ ſes Theaters geflochten. Im Hof⸗ operntheater erregen Delle. Carl und Hr. Hammermeiſter Intereſſe, und das will bei den jezigen Beſezungen der Opern ſchon Etwas ſagen. Thereſe Ottavo, die 13-jährige Violinſpiele⸗ rin, verließ Wien, nachdem ſie noch einige Male mit ihrem zarten und ge⸗ ſchmakvollen Spiele das Publikum ver⸗ gnügte. Im Leopoldſtädter Theater erwartet man einige Novitäten: Eine große Zauberpantomime mit Dialog und Liedern von der Erfindung des Pantomimen-Meiſters, Johann Fenzl, dialogiſirt von D. F. Reiberſtorffer, mit Muſik vom Orcheſter-Direktor J. Leppen; ein Original Zaubermärchen von J. E. Gulden mit Couplets von D. F. Reiberſtorffer und Muſik vom Profeſſor Drechsler; eine Lokalpoſſe von einem Ungenannten; eine Zauber⸗ poſſe von A. Naske nach einer Caſtel⸗ liſchen Erzählung und ein Luſtſpiel bon Albini. Im Theater in der Joſephſtadt ward zur Benefize des wa⸗ kern Schauſpielers Roll:Johann, Herzog von Finnland, mit exakter Beſezung und entſprechend dargeſtellt. Hr. und Mad. Rettich wirkten aus be⸗ ſonderer Gefälligkeit für den verdienſt⸗ vollen Benefizianten darin mit und er⸗ hielten ſtürmiſchen Applaus zum Lohne ihrer künſtleriſchen Leiſtung und groß⸗ müthigen u. uneigennüzigen Geſinnun⸗ gen für Mitglieder einer verwaiſten Kunſtanſtalt, wie das Theater in der Joſephſtadt durch das Entweichen des Direktors geworden iſt. Früher ſchon hatte das Künſtlerpaar in der Einnah⸗ me der Mad. Klein, inRomeo und Julie, dieſe Geſinnungen an den Tag gelegt. Dem. Jazedé gab auf dieſer

Bühne zu ihrer Beneſize ein Konzert, welches jedoch nicht ſehr beſucht war. Im Theater an der Wien gab man zum Vortheile des Penſions ſondes zum Erſtenmale:Verrath aus Liebe, oder edle Rache und Weiberliſt, Schauſpiel in drei Akten, nach dem Franzöſiſchen von Siegmund Gottlieb. Dieſes Schau ſpiel iſt ein recht erträgliches Opus, mit einigem Guten und vielem Schlech ten. Hr. Kunſt, Mad. Fiſcher und Hr. Neſtroy waren ausgezeichnet, die übri⸗ gen Mitwirkenden genügten.

Adiaphoros.

Literatur.

Wien.(Anatomiſches⸗Li⸗ teratur⸗Kabinet. Fortſezung.) IV.Mähriſche Wanderbrie⸗ fe. Haſt du, lieber Leſer, ſchon ein⸗ mal an Polypen Wangen und Ohren entdekt? Nun ſo lies den erſten Brief, da ſizt der Verfaſſer in einer ung e heuchelten Laube, und haſt du, lieber Leſer, den Verfaſſer ſchon den⸗ ken geſehen? Nun ſo lies den erſten Brief, da denkt der Verfaſſer ſich, wie die Polypen(d. h. Stadtpolypen) ihre Fühlhörner ab- und zuſtreken, aber kein friſcher Lufthauch ihre Wangen fähr⸗ det, und kein freudiger Ausruf in ihr betäubtes Ohr tönt, das denkt ſich der Verfaſſer! Was der Leſer da⸗ bei denkt, kann man leicht errathen. Weiter unten hört der Verfaſſer das Gras wachſen, und die Blumenkelche, die ihn wie Goethe's Marmorbilder, anſchauen, ſcheinen ihn zu fragen: Was habe ich(die Blumenkelche) dir gethan 2 Lieber Himmel, was ha⸗ ben wir dem Ver faſſer gethan, daß er uns Mähriſche Wanderbrieſe ſchrieb? Weiter finden wir den Maler Leo⸗