DB Sms.

Mittwoch, 25. Nobemb.

Theater.

Peſth(24. Nov.). Der Markt brachte auf unſere Bühne auch nur Marktwaare und Neſtroy und mitun⸗

ter auch Mad. Birch⸗Pfeiffer füllten faſt ganz das Repertoir der lezten Woche

aus. Es erübrigt uns daher dies⸗ mal nicht viel mehr, als die Hoffnung auszudrüken, bald über etwas Gedie⸗ generes referiren zu können. So er⸗ warten wir vielleicht ſchon heute oder morgen Bauernſelds, im Wiener Hof⸗ theater mit ſo vielem Veifalle aufge⸗ nommene neue Luſtſpiel:Bürgerlich und Romantiſch, auf welches wir in voraus aufmerkſam machen. Auch kommt bald eine neue große Oper zum Vor⸗ ſchein:Catarina de Guiſe, von Do nizetti, die künftigen Sonnabend, 28. Nov., zur Beneſize unſers ſehr talent⸗ vollen Sängers, Hrn. Erl, gegeben werden wird. Donizetti iſt nach Vel⸗ linis Tod, und da Roſſini nicht ſchreibt, gewiß der erſte und belieb⸗ teſte jezt lebende Tonſezer Italiens und die Oper iſt eine ſeiner beſſern Kompoſitlonen. Wir können daher einem ſchönen muſikaliſchen Genuſſe entgegen ſehen, beſonders da die Veſezung in ſehr guten Händen ſein ſoll. Indeſ⸗ ſen macht, wie wir es voraus ſagten, NeſtroysZur ebenen Erde und erſter Stok ungemeines Glük. Es ward am 22. Nob. zum vierten Male bel über⸗

vollem Hauſe gegeben, und wenn ein anderer Referent des Spiegels mit vol lem Rechte dieſem Werke Originalität abſpricht, ſo wird er doch eingeſtehen müſſen, daß der Vf. auf die Menge zu wirken weiß, und daß die leztere ſich wenig um den innern Gehalt kümmert und nur unterhalten ſein will. Ge⸗ ſtern 100 Dem. Matoreny zu ihrer Be⸗ nefize:Die Teufelsmühle am Wie⸗ nerberg. Wer hätte es im Jahre 1805 geglaubt, daß dieſes nicht ſehr erbau⸗ liche Produkt ig dreißig Jahren noch eine Beneſize abgeben wird! Wird Lumpazivagabundus undZu ebe⸗ ner Erde eine gleiche Lebensdauer erreichen? Eine Räthſelaufgabe, deren Auflöſung noch lange vor dreißig Jah⸗ ren erfolgen wird.. Wien(18. Nov.). Nachdem die herrliche Rettich ihren Gaſtrollenzirkel im k. k. Hoſburgtheater beſchloſſen, erſchien auf dieſer Bühne ein anderer Stern erſter Größer, Fräulein v. Hagn. Man könnte ſie füglicher eine Sonne nennen, denn ſie blendet, wenn auch nicht das Auge der Kritik, doch die Augen der Männerwelt, und man ſprich ſtark davon, daß in alle Opern⸗ guker gefärbte Gläſer eingezogen wer⸗ den müſſen, um dieſe ſtrahl ende Schön⸗ heit ohne Gefahr zu beſchauen. Fräu⸗ lein b. Hagn ſpielte bereits die Corona, Wally(Goldſchmieds Töchterlein), Mi⸗ randolina, Julie, Guiglielma(det Hirſch) und erhielt vielen Vel fall. Die