Dum Sm RU NN. 2 Se. Selin Hefe. 8
Sonnabend, 10. Oktob.
Theater.
Peſth(9. Okt.) Mad. Schr ö⸗ der⸗Devrient hat uns nun ver⸗ laſſen. Sie gab am 3. die„Norma““, bei mittelmäßig, beſuchtem, am 5. den Romeo(ihre Venefize) bei ſehr vollem Hauſe und am 6. zum Beſchluß die Agathe im„Freiſchüzen“(zur Bene— ſize des Chorperſonals und bei gewöhn⸗ lichen Eintrittspreiſen), ebenfalls bei ſehr vollem Hauſe. Sie hat nun in Allem an dreizehn Abenden geſungen, und wenn auch der Enthuſiasmus des Publikums zulezt etwas abnahm, ſo Lonnte ihr doch die Anerkennung nicht entgehen, daß ſie als dramatiſche Sän⸗ gerin hohe Verdienſte hat, die ihr um ſo mehr zur Ehre gereichen, da ſie das durch Kunſt erſezen muß, was ihr die Natur nicht mehr gewähren will. Wir geben hier noch ein Paar Verſe, die ihr ein unbekannter Verfaſſer zu ihrem Abſchiede weihete:
An Wilhelmine Schröder⸗ Devrient.
Wenn im nächtlich grauen Dunkel Durch der Sterne ſtill' Gefunkel Hell auftaucht des Mondes Pracht, Gleicht es deinem Künſtlerwallen; Denn wo deine Töne hallen, Fühlt man deines Lichtes Macht.
Will das ſchöne Himmelszeichen Dann der ſtillen Nacht entweichen,
Tröſtet uns die Wiederkehr:
Alſo ſehnt nach kurzem Scheiden Dich zurük, die bang wir meiden, Unſer Herz nur allzuſehr.
— Literatur.
Wien. Eine ſehr intereſſante und wichtige literariſche Erſcheinung ſind die von J. A. Kienreich zu Grätz zu verlegenden 6 Ergänzung és⸗ bände zu Schillers Werken, redigirt von dem bekannten und ſehr geſchäzten Literator And. Schumacher in Wien. Sie werden in drei Abtheilun— gen eingetheilt, welche I. die Nachleſe, II. die Briefe, III. die Biographie oder Schillers Jug end⸗, Lehr⸗, Wan⸗ der⸗ und Meiſterjahre bilden. Die Nachleſe zu den Werken(1. Ab⸗ theilung) wird nahe an fünfzig größere und kleinere Aufſäze des großen Dich⸗ ters enthalten; worunter eine Erzäb⸗ lung,— zwei artiſtiſch-philoſophiſche, und drei große hiſtoriſche Aufſäze,— ungekannte Szenen aus dem Trauer⸗ ſpiele„Don Carlos“,— mehrere höchſt intereſſante Aufſäze über Wallenſtein, über zwanzig Gedichte, und endlich die Tenien(aus Schillers Muſenalmanach vom Jahre 1797), welche Schiller und Goethe gemeinſchaft lich ver faßten de. oc. begriffen ſind. Mit dieſer Nachleſe ſoll die Briefſamm⸗ lung ſowohl als die Blographie im


