74

genaueſten Zuſammenhange ſtehen, um dem Leſer alle Beziehungen der Zeit, und der ſie beherrſchenden Geiſtesrich tung anſchaulich zu machen. In der Briefſammlung(2. Abtheilung) werden nicht bloß alle Briefe Schil lers, ſondern dieſe auch zwekmäßig ge ordnet und mit erläuternden Anmer kungen verſehen erſcheinen. Hier iſt Schiller ſelbſt auf eine höchſt anziehen⸗ de Weiſe unbewußt zu einem Biogra⸗ phen geworden, wir ſehen ihn ſelbſt vor uns, lebend und handelnd, in ſei⸗ nem Wirken, Hoffen und Empfinden! Friedrich v. Schiller, der Menſch im ganzen Umfange im ſchönſten Sinne des Wortes tritt uns hier ent⸗ gegen. hält hier das erſte Mal eine vollſtän⸗ dige Sammlung der Schillerſchen Briefe, die doch ganz allein die Zierde mancher koſtſpieligen und weitläufigen Brief ſammlungen ſind und zwar zu einem Preiſe, zu dem ſelbſt die ſchwachen Aus züge, die davon erſchienen ſind, in kei nem Verhältniſſe ſtehen. Die 3. Ab⸗ theilung endlich enthält eine durch⸗ aus eigenthümliche Darſtel⸗ lung von Schillers Wirken und Le⸗ ben in vier Perioden: Schillers Ju gend⸗, Lehr⸗, Wander⸗ und Meiſter jahre. Format, Druk und Papier werden den übrigen 19 Vänden der ſo ſchönen und korrekten bei Kien⸗ reich erſchienenen Ausgabe von Schil lers Werken gleichkommen. Alle 6 Vän⸗ de werden in circa 100 bis 120 Vogen beſtehen und der Bogen iſt auf Drukpa⸗ pier nur auf 2 kr. und auf Velin auf 3 kr. C. M. berechnet, gewiß ein ſehr billiger Preis. Um ferners die weitere Theilnahme an dieſer wohlſeilſten gr. 8. Ausgabe von Schillers ſämmtlichen Werken zu unterſtüzen, hat der Ver⸗ leger ſich entſchloſſen, für die 19 Bände die alten Pränumerationspreiſe zu 6, 8 und 10 fl. bis zum Erſcheinen bes

Das deutſche Publikum er⸗

25. Bandes gelten zu laſſen, jedoch mit Subſkription auf die 6 Ergän⸗ zungs-Bände. Einzeln ſind die 19 Bände nicht mehr zu haben.(Man pränumerirt in allen Buchhandlungen Peſths.)

Allerlei.

Altona. Hier iſt vor Kurzem ein Brudermord verübt worden! Der unglükliche Mörder ſoll erſt 12 bis 15 Jahre alt ſein, und iſt daher, was weltliche Strafe betrifft, noch nicht zurechnungsfähig. Auch iſt anzuneh⸗ men, daß es auf Tödtung wohl nicht abgeſehen war. Vei dem Mittageſſen während die Mutter(der Vater hat das Unglük nicht erlebt) einen Augen⸗ blik in die Küche ging, verwies der erwachſene Bruder dem jüngern ſein ungeſchliſſenes Benehmen, und drohte ihm mit Ohrfeigen. Auf die Antwort, das ſolle er ſich nur einmal unterſte⸗ hen, erhielt er denn wirklich eine Ohr feige, gerieth in zügelloſe Wuth, er griff ein Tiſchmeſſer und ſtach damit nach dem, der mit ihm unter einem Herzen gelegen hatte. Unglüklicher Weiſe traf das Meſſer die Pulsader, und ſo ließ der Tod kaum wenige Mi⸗ nuten auf ſich warten! Alle Erzie her ſtimmen darüber überein, und man kann es nicht genug wiederholen, daß bei Kindern nichts ſo ernſtlich zu be ſtrafen iſt, als heftige Aufwallungen und leidenſchaftliches Benehmen und Begehren. Und in dieſem Punkte et- was vernachläßigt wer vermag die Folgen zu berechnen!! W.

London. Die Schwindſucht iſt nicht, wie man bisher faſt allgemein annahm, eine blos dem Menſchenge⸗ ſchlechte eigenthümliche Krankheit. In dem Garten der Londoner zoologiſchen Geſellſchaft ſind nach und nach ein Ti