ders von Sr. Maj. dem Kaiſer von Rußland eingeladen worden ſind. Die Oper, das franzöſiſche Theater und das Ballet kommen, erſtere von Wien, die übrigen aus Warſchau. K. Stuttgart. Unſer Hofthea⸗ ter iſt nun ſeit 8 Tagen wieder eröff⸗ net; alle Schauſpieler ſind von ihren Ausflügen zurükgekehrt. Das Aeußere des Saales iſt renovirt worden, und ſieht jezt ziemlich freundlich aus, auch die Beleuchtung iſt verbeſſert. Aber im Uebrigen iſt leider nichts geſchehen. Mit alten Bekannten wurde die Sai⸗ ſon eröffnet; Raupach, der Unermüd⸗ liche, führte wieder den Reihen anz ach! daß er nicht auch der Unermüdende heißen kann! SeinCromwell, ſeinFried⸗ drich's Tod find ſchon da geweſen, und wir wiſſen aus beſtimmter Quelle, daß ſeineCorona von Saluzzo und die andern jüngſten Kinder ſeiner Lau⸗ ne ſchon das Portefeuille des Intendan⸗ ten zieren. Gott bewahre uns vor die⸗ ſer drohenden Sündfluth Raupach' ſcher Produkte, wie ſie uns im vorigen Win⸗ ter heimgeſucht! Einigen Troſt ge⸗ währt es uns, daß Sepdelmann in dieſem Winter Lear, Othello und Ri⸗ chard III. einſtudiren wird. Dem. Hö⸗ fert aus Braunſchweig wird auf Gaſt⸗ rollen erwartet; ſie iſt jung, hübſch, und weiß ihr Spiel zu charakteriſiren. Ihre Chriſtine in derKönigin von ſechzehn Jahren, Mirandolina und ähn⸗ liche Rollen ſind ſehr zu rühmen. Für die jungen, weiblichen Rollen, zu de⸗ nen Jugend und Schönheit durchaus erforderlich ſind, und die der feinern Grazie ebenfalls nicht entbehren kön⸗ nen, mangelt eine Darſtellerin. Wir möchten den Ausdruk erſte Liebhaberin hierauf nicht anwenden; es liegt eine handwerksmäßige Trivialität darin, obgleich das, was gewöhnlich ſo be⸗ nannt wird, ganz hinein gehört. Dem. Schulz, die dieſer Region nicht genügen

konnte, verlaͤßt unſere Bühne, und wir wünſchen, daß ſie bald durch eine Schauspielerin erſezt werden möge, die mindeſtens jene Bedingniſſe zu erfül⸗ len im Stande wäre, wie Dem. Hö⸗ fert aus Braunſchweig. Zur Feier des Geburtsfeſtes unſerer Königin, am 5. d., fanden mehrere feſtliche Diners ſtatt. Abends war das Theater beleuch⸗ tet, und Marſchner'sTempler und Jüdin wurde bei aufgehobenem Abon⸗ nement gegeben. Es waren nicht viel Leute zugegen, da dieſe Oper hier nicht zu den beliebten gezählt wird. Pezold, als Vrion du Bois⸗Guilbert, iſt aus⸗ gezeichnet im Geſang und Vortrage. Auch das Spiel iſt angemeſſen. Die Oper hat ſchöne Einzelnheiten, die von Talent zeugen, aber der innere Zuſammenhang fehlt, die Ruhe. Das Buch mag daran Schuld ſein, es iſt mit ganz oberflächlicher Theaterkennt⸗ niß verfaßt, und hat gar keinen Werth. 125

Allerlei.

Dresden. Die Hinrichtung der drei zum Tode verurtheilten Mör⸗ der der Frau v. Schöneberg und ihrer Geſellſchafterin(drei andere wurden bekanntlich ins Zuchthaus abgeführt, und einer iſt entflohen) ging heute früh um 9 Uhr vor ſich. Die Delin⸗ quenten waren: Artilleriſt Gebler, Oekonom Krauſe und Hutmacher Var⸗ koff. Es war dies die erſte Hinrichtung nach den Vorſchriften des neuen Geſe⸗ zes, d. h. ohne hochnothpeinliches Hals⸗ gericht, ohne weißes Armenſünderge⸗ wand, und ohne Begleitung der Geiſt⸗ lichen, die ſich erſt am Schaffot ein⸗ fanden. Als Richtplaz war der große Plaz zwiſchen dem Freiborger und Löb⸗ tauer Schlage, das ſogenannte Stei⸗ nigt gewählt worben. Zu Erhaltung