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kende konnten dieſen lebloſen Figuren lein Leben einhauchen. Hr. Kunſt ward mehrmals gerufen. Am 21. gab Hr. Kunſt zu ſeinem VortheilWil⸗ helm Tell und trat in der Haupt⸗ rolle auf. Sein Sohn gab den Walter Tell. Darüber nächſtens mehr. Die zweite VBenefize des Hrn. Kunſt wird SchillersRäuber ſein, worin er den Karl und Franz Moor zugleich geben wird. Sie wird Samſtag, den 26. ſtattfinden. Wir machen das ver⸗ ehrte Publikum auf einen höchſt ſelte nen Genuß aufmerkſam. Hr. Kunſt erregte in dieſer außerordentlichen Lei⸗ ſtung überall große Senſation, worü ber alle öffentl. Blätter übereinſtim⸗ men und die Täuſchung nicht genug rühmen können, die bas ausgezeichnete Talent des Künſtlers hierin hervorzu bringen verſteht. J. M. Wien(16. Sept.). Hr. Ham⸗ mermeiſter gaſtirte im k. k. Hofopern⸗ theater als Rafael in Telle's Oper gleichen Namens. Die frühere Beſe zung trug zweifelsohne, in Verbin⸗ dung mit den vielen Mängeln des Bu⸗ ches, ungemein viel bei, daß dieſe Oper nicht jene allgemeine Anerkennung fand, die Telle's Muſik mit allem Rechte ver⸗ dient hatte. Ohne dem geſchäzten Künſt ler Forti zu nahe zu treten, müſſen wir doch behaupten, daß er für den Part des Nafael nun und nimmer ge paßt habe. Hammermeiſter iſt hingegen ganz Mann dafür. Er führte dieſe Partie mit Kraft und Ueberlegung durch, und erhielt vielen und wohl verdienten Beifall. Im Theater in der Joſephſtadt debütirte ein vierfüßi⸗ ges Individuum als Dragon, imHund des Aubry. Der junge Künſtler ließ ſeinen Namen aus Beſcheidenheit nicht auf den Zettel ſezen, wir können ſel ben daher auch dem geehrten Leſer nicht zu wiſſen machen. Seine Figur iſt charmant, ſein Organ volltönend und

ausgibig, ſein Gedäͤchtniß ſcheint aber ſehr ſchwach zu ſein, denn er war ſei ner Rolle nicht ſo ganz mächtig, und gerade den Glanzpunkt, das Abfangen des Macaire, hatte er ſchlecht memo rirt. Bei dieſem Stüke iſt nun ein mal der Hund die erſte Perſon, und ſo wird man mich auch entſchuldigen, daß ich ihn vor Allen abſolvirte. Unter den Darſtellenden machte ſich Hr. Schaͤ tzel, der als Gaſt den Macaire ſpielte, und Hr. Rott vortheilhaft bemerkbar. Mad. Springer, als Eloi, wollte nicht anſprechen. Im Theater in der Leo poldſtadt gab man am 12. September, zur Veneſize des Hrn. Scutta, eine neue Zauberpoſſe in zwei Akten von D. F. Reiberſtorffer:Der Waſſer fall im Feenhain, oder der unſichtbare Freier, Muſik von Scutta, Tableaux und Gruppirungen vom Pantomimen meiſter K. Schadetzki, die neuen De korationen von M. Mayr und St. Dol⸗ liner, Dekorateurs dieſer Bühne. Ich möchte gerne recht viel Gutes von die ſem Stüke ſagen, wenn nur der Ver faſſer nicht mein naächſter Ver⸗ wandter wäre, und da könnte man etwa wähnen, es läge Parteilichkeit zum Grund. Im Theater an der Wien erſchien von einem anonymen Ver⸗ faſſer eine alte Poſſe unter neuem Ti tel:Junker Schnauzenſchnabel. Es hieße Eulen nach Athen tragen, derlei Machwerke zu tadeln. Herr Gu ſikow iſt nach Prag abgereiſt, Herr Klauer ſammt Frau aus Peſth, und der berühmte Verliner Komiker, Herr Beckmann, ſind in Wien angekommen. Adiaphoros.

Berlin. Die Mitglieder des königl. Theaters, welche Befehl er halten haben, ſich nach Kaliſch zu be⸗ geben, verließen am 5. Berlin; es ſind vorzüglich die Darſteller des Luſt⸗ ſpiels und der erſte Solotänzer Ta glioni nebſt deſſen Gattin, die beſon