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pitain herfallen. Bald ſah er die drei Offiziere kommen, nahm ſeine Stel lung und richtete ein Piſtol auf die Thüre, und das andere auf eines der Pulverfäſſer. Vei dieſem Anblike fiel der erſte Lieutenant auf die Knie und bat den Kapitain um Gnade, der ihn in eine Nebenkajüte ſtieß und dieſelbe verſchloß. Hierauf wartete er, ob die Meuterer kommen würden, und begab ſich, als dies nicht geſchah, auf das Verdek, die beiden Piſtolen in der Hand. Ein Theil der Mannſchaft war geneigt, ſich zu unterwerfen; aber er drohete noch immer, dem erſten, der ſeinen Befehlen ſich widerſeze, den Kopf zu zerſchmettern oder das ganze Schiff in die Luft zu ſprengen. So hielt er die Meuterer in Reſpekt, ſchlief aber ſtets neben den Pulverfäſſern und den Piſtolen, während abwechſelnd der Zim⸗ mermann und der andere Treugeblie bene wachte. Zum Glük befand ſich das Schiff in der Nähe des La Plataſtroms; dahin ſegelte der Kapitain und fand nach drei Tagen dort eine engliſche Fregatte. Auf dieſe wurden die Auf⸗ rührer in Ketten gebracht und ſodann nach England geſchikt, um ihre Strafe zu erleiden. M. Paris. Der berühmte ſieben⸗ bürgiſche Reiſende Honigberger wurde der Pariſer Akademie der Wiſſenſchaften in ihrer Sizung am 27. Juli durch Hrn. Raoul Rochette vorgeſtellt, und überreichte bei dieſer Veranlaſſung eine Flora des Hymalayagebirges, deren Prüfung die franzöſiſchen Botaniker ſich unterziehen werden. Auch iſt eine Kom⸗ miſſion ernannt worden, welche die von Hrn. Honigberger in mehrern Theilen von Indien und Aſien beo bachtete Heilungsart der Cholera be gutachten ſoll. Hr. Honigberger trägt fortwährend prachtvolle orientaliſche

Kleidung; ſein langer Vart und ſein Kachemirſhawl paſſen ſehr gut zu der ernſten und geiſtvollen Phyſiognomie. (Er trug bekanntlich auch hier in Peſth bei ſeiner Durchreiſe dieſen An zug). Der erwähnten Sizung wohnte auch der große Chemiker Berzelius bei. 0 B.

Paris. Im vorigen Jahr ha ben die Runkelrübenzuker⸗Fabriken in Frankreich 500,000 Zentner raffinirten Zuker bereitet, wodurch die Douane 12 Millionen Francs Zoll verloren hat.

B.

Danzig. Neulich erlitt hier eine 50jährige wohlgeſtaltete Frau mit ihrem 8 Wochen alten Kinde den frei willigen Waſſertod. Angeblich ſoll ſie die Veranlaſſung dazu in Eheſtaudslei⸗ den gefunden haben. Einige Stunden vor der That hätte ſie ſich noch, um Rath bittend, an einen gernhel fenden Menſchenfreund gewandt; doch in ſolcher Angelegenheit iſt übel rathen; dies auch einſehend, hatte die Unglükliche ge⸗ äußert:Ich weiß noch einen Freund, dem werde ich mich anvertrauen, und er wird mir gewiß helfen! Mit die ſemlezten Freund hatte ſie den Tod gemeint, ſie ſuchte und fand ihn in

dem Fluſſe Rogwoike, nächſt der Weich ſel. Rührend und ſeelenerſchütternd war der Anblik, den die beiden Leichen bei ihrem Auffinden darboten. Die Mutter hatte ſich auf der Bruſt ihr Kind feſtgebunden, ſo daß deſſen Arme den Hals und Naken der unglüklichen Mutter umſchlangen. E.

München. Ein Offizier wollte durchaus wizig ſein, und war oft ſo⸗ gar beleidigend mit ſeinen faden Wi zeleien. In einer Geſellſchaft, wo einſt dieſes der Fall war, nahte ſich ihm die Frau des Hauſes und ſprach: Mein Herr, machen Sie doch Ihre Einfälle in feindliche Länder, und ſeien Sie überzeugt, was nicht fliehen wird, muß vor Langeweile ſterben.

Redialrt von der Redaktlon des Spiegeln