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müſſen. Es war nämlich unlängſt eine Schilderung des Wildoͤbades Gaſtein in der Theaterzeitung, und einige Ta⸗ ge nach dem Erſcheinen des wilden Waſ ſers, kam der Hausherr, und ſagte mir das Quartier auf, indem er ſeit einigen Tagen bemerkt zu haben vor gab, daß das Quartier feicht wird. Er hatte recht. Policinello. Sinigallia. Wer würde nicht von Eiferſucht geplagt werden wie Otello, wenn eine reizende Desdemona, wie die Tadolini, zur Seite ſteht? Dieſe liebenswürdige Künſtlerin, deren Be kanntſchaft wir am 18. Juli, in der oben genannten Rolle, machten, verſchaffte herrlichen Genuß. Donzelli iſt immer derſelbe ausgezeichnete Meiſter, in Spiel und Geſang. Beiden ward Klatſchen, eviva's und Hervortufen im reich⸗ lichſten Maße. Im getanzten Trauer ſpieleFedra von Tinti, verdient nur Madame Vaquemoulin lobend genannt zu werden. Sie iſt eine Tän⸗ zerin par exzellence. Echo. Bordeaux. Ueber die aus Oſtindien hier angekommenen Schau ſpieler theilt ein franzöſiſches Blatt noch folgendes Nähere mit:Der Di rektor derſelben verließ Arakan mit eilf der ausgezeichnetſten Schauſpieler des Landes, worunter 5 Frauen, welche von ſeltener Schönheit ſein ſollen. Das Ziel ihrer Reiſe iſt nicht Bordeaux, es iſt nicht einmal Frankreich, ſondern Berlin(2). In Bordeaux wird die Ge⸗ ſellſchaft nur als Begünſtigung einige Stüke geben, und dann ohne weitern Aufenthalt durch die Schweiz nach Preu⸗ ßen gehen. Man ſpricht viel von einer jungen Tänzerin Padna. Ihre Klei⸗ dung beſteht aus den koſtbarſten Stof fen, und iſt mit Perlen, Diamanten, Saphiren und Rubinen beſezt. Unter den Radjahs erzogen, hat ſie einen Theil ihres Lebens in den Zenanas zu

gebracht; aber dies hindert ſie nicht, in ihrem Tanze eine Harmonie und Lebendigkeit zu entwikeln, die ſie nur bei den Virmanen erlernen konnte. Von den Männern iſt einer beſtimmt, die ſtärkſten Szenen des Drama's mit ungewöhnlicher Kraft auszuführen. Er hat eine hohe Stirn, einen faſt ganz kahlen Kopf, und iſt etwa 45 Jahr alt. Kellita iſt ein niedliches junges Mädchen, von außerordentlich ſeinem und zartem Bau. Sie weint ihre tief empfindſamen Rollen mehr, als ſie die ſelben ſpricht. Sie ſchminkt ſich wenig, und zeigt mit gewiſſer Eitelkeit ihre kleinen Hände und Füße, die ſie ſtets mit Lächeln betrachtet. C.

Allerlei.

London. Der Kapitän des eng⸗ liſchen WallfiſchjägersManly, Da⸗ vies, hat neulich bewieſen, was Kalt- blütigkeit und entſchloſſener Muth eines Mannes ſelbſt in den ſchwierigſten Ver⸗ hältniſſen vermag. Die Mannſchaft des Schiffes, das mit Waffen und Muni⸗ tion gut verſehen war, hatte ſich ver⸗ ſchworen, bei erſter beſter Gelegenheit den Kapitain über Vord zu werfen, des Schiffes ſich zu bemächtigen und Seeräuberei damit zu treiben. Nur zwei Perſonen, darunter der Zimmer⸗ mann, blieben dem Kapitain treu und und verriethen ihm das Komplott. Da⸗ vies ſah wohl ein, daß er an Verthei digung nicht denken könne, nahm ſich al ſo vor, die Meuterer und ſich ſelbſt zu vernichten. Dem zu Folge ließ er heimlich ſechs Fäſſer Pulver, jedes zu 100 Pf., in ſeine Kajüte bringen machte ſie auf und lud zwei Piſtolen⸗ Unterdeß ſchikten ſich die Meuterer zur Ausführung ihres Planes an, der er⸗ ſte Lieutenannt ſollte, unterſtüzt von den andern Offizieren, über den Ka⸗