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aber gar nicht leſen, man muß dle Je duld verlieren und verlor ſich und die Geduld. Da fiel mir unwill⸗ kürlich das Wiedner Theater ein, denn der Direktor ſpricht auch bald altmo diſch ritterlich, oder neumodiſch konverſationell; das Publikum ſagt immerComment, und zahlt ſein Entreegeld. Ich glaube es wird baldman muß die Jeduld verlieren ſagen. Hr. Kunſt iſt noch immer das Zugpflaſter in dieſem Theater, nur möge er immer hübſch bei ſeinem Rol⸗ lenfache bleiben. Wozu gab er den Ferdinand inKabale und Liebe? Vielleicht um uns Hrn. Strampfer als Wurm vorzuführen? War gar nicht nöthig. Ich glaube immer Hr. Stram pfer bekam den Wurm aus Liebe des Direktors für den Schauſpieler, und aus Kabale gegen das Publikum. Ein neues Stük, betitelt:Wallen ſteins Haus und Hof vom Freiherrn von Püchler ging neulich über die Büh⸗ ne. Allein in der Theaterzeitung wird es als ſchlecht erklärt, im Wanderer wird es gelobt. Das Klügſte glaub' ich, was wir thun können, Hr. Redak⸗ teur, iſt, wenn wir beſcheiden das Stük mit Stillſchweigen übergehen. Geſtern war ich im Hofburgtheater und ſah:Haß und Liebe von C. W. Koch und Töpfersweiße Pekeſche. Haß und Liebe, ein echt franzöſt ſches Stükchen, wo Liebe, die Schreib feder, Haß, die Triebfeder, und das Herz und der Charakter Aller, eine Stahlfeder iſt, welche ſich zu jeder Zeit, beſonders gegen Ende des Stü kes, beugen läßt, wie z. V. der ſchnell verſchwindende Haß der Mißtreß Der vin. Nur der umſichtigen und meiſter⸗ haften Bearbeitung unſeres wakern Koch verdankt das Stük ſeine günſtige Aufnahme. Im Originale möchte ich, das Stük, ſchon wegen ſeiner Frivo lität, die Hr. Koch mit Gewandtheit

. und zwekmäßig ausmärzte, nicht ſehen, ſehr gerne aber in der Koch'ſchen Be arbeitung. Geſpielt wurde wie im mer, d. h. ausgezeichnet. Hr. Löwe war nicht Löwe, er war ganz Haß im erſten Akte und ganz Liebe im zwei ten Akte. Es läßt ſich aber leicht er⸗ klären: die Delle. Peche gab die Ca roline, und da muß man ganz Liebe ſein; ganz Haß war Hr. Löwe weil Delle. Peche im erſten Akte nichts zu reden hatte. Hr. Wilhelmi war char mant, Mad. Poller zeichnete den Cha rakter mit Beſonnenheit.Die wei ße Pekeſche wollte mich nicht anſpre⸗ chen. Sie hat zwar viele komiſche, ob⸗ ſchon nicht eben ganz neue, doch dra ſtiſch wirkende Szenen, aber es ſind nur Szenen, die kein Ganzes bilden. Hr. Herzfeld gab den liederlichen Neſ fen. Ich glaube, er that des Guten zu viel, etwas weniger wäre mehr

Hr. Lucas, ein thätiger Schauſpieler,

ſteigt von Tag zu Tag immer mehr in

die Gunſt des Publikums, und erntete

auch in dieſer nicht ſo bedeutenden Rol le verdienten Beifall. Die andern Mitglieder trugen zum Gelingen des Ganzen weſentlich bei. Im Leopold⸗ ſtädter Theater bekommen wir morgen ein neues Stük zu ſehen. Wir wollen ſehen, was wir ſeben werden. Im Joſephſtädter Theater kamdie wei ße Frau zur Aufführung, worin Hr. Sommer vom Stadttheater in Peſth(2), als Gaveſton, und Hr. Köpf als Dick ſon gaſtirten. Die Leiſtung des Herrn Sommer wurde beifällig aufgenommen und Hr. Köpf? ach!

Das Leben iſt der Güter Höchſtes nicht, Der Uebel Größtes aber iſt Hr. Köpf! Sonſt habe ich für heute nichts Neues zu referiren, als daß Hr. Schickh. Re⸗ dakteur der Modezeitung, in Gaſtein mit dem Tode abgegangen iſt. Die⸗ ſes verſchwünſchte Gaſtein war Schuld, daß ich mein Quartier habe verlaſſen