DB Om bun d. G. Nele, a, Nugel,
Mittwoch,
19. Aug u ſt.
Theater.
Peſth(18. Aug.) Seit Löwes Abreiſe hat ſich nichts beſonders Be— merkenswerthes auf unſerer Bühne er— eignet.— Hier nur blos Einiges.— Dem. Stoll zeigte ſich noch vor ih⸗ rer Abreiſe am 11. d. M. als Leonore in Holteys Melodrama dieſes Namens und entfaltete wieder eln erfreuliches Talent, daß zu guten Hoffnungen be— rechtigt. Man kann ſagen, daß ſie in dieſer Rolle mehrere gelungene Mo— mente zählte, die ſchon von Gefühl und Darſtellungsgabe zeugten. Sie ward beifällig aufgenommen und wie- derholt gerufen.— Am 16. d. M. trug dieſe Schauſpielerin, in einem zum Vor⸗ theil des Klarinettiſten Hrn Preyſer gegebenen Konzerte, den berühmten Monolog aus der„Jung frau v. Or— leans“ mit vietem Gemüth und Herz— lichkeit vor, was auch mit Applaus anerkannt wurde.— Dem. Stoll iſt, dem Vernehmen nach, in Klagen— furt eugagirt, welche Bühne dieſe A- cquiſition gewiß zu ihren beſſeren zäh— len kann.— Nachdem Hr. Dallot, der berühmte Akrobat, am 10. Auguſt neuerdings Proben ſeiner gewiß außer— ordentlichen Geſchiklichkeit auf dem ge— ſpannten Seile ablegte, gaben am 14. d. M. die Familien Dallot und Gautier„die erſte große verei⸗ nigte Kunſtproduktion“ auf unſerer
Bühne, der alſo wahrſcheinlich noch mehrere folgen werden. Als bloße Au— genweide ſind dieſe Vorſtellungen ge— wiß angenehm und ergözlich. Die un— gemeine Grazie und Gewandtheit der Gymnaſtiker erheben ſle über das All tägliche dieſes Genres, und gewinnen dadurch allerdings einigermaßen einen äſthetiſchen Anſtrich und Thalia darf nicht ſo ſehr erröthen, wenn ſo was in ihrem Tempel vorgeht.—„Eulenſpie— gel oder Schabernak über Schabernak““, v. Neſtroy, das am 17. d. M. zum Er⸗ ſtenmal gegeben wurde, mag ſie viel— leicht mehr verdrießen. 8 Wien(42. Auguſt). Meine Gaſt-⸗ rollen mit Delle. Natur im Freien habe ich beſchloſſen, und kam vorgeſtern wieder hier an.— Sie wiſſen, theu— erſter Herr Redakteur, daß ich immer nach Sprichwörtern lebe, und das Sprich— wort ſagt:„Gehe nicht ins Nachbar— haus u. ſ. w.“, gut! ſo gehe ich ins Kaffehaus. Neulich war ich auch im Kaffehaus, da kam ein Herr, nahm bei meinem Tiſche Plaz, und die Ga— zette de France, die eben da lag, in die Hand. Ich ſagte in meiner Un— ſchuld:„n'y a rien du nouveau dans la Gazette.“—„Comment?!“ fragte er, und ich wiederholte meine Bemer— kung. Darauf ſagte er unwillig:„Ik bin von Mailand.“—„Lei non par- la francese,“ ſtichelte ich,„e legge pertanto le foglie ſrancesi!“—„Ach,
bei Jott,“ ſprang er auf,„man kann


