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die ernſthafteſten, in einem komiſchen Vathos vorzutragen. Das Ganze er— bielt dadurch ein ſcherzhaftes Anſehen und gewann an Wahrſcheinlichkeit. Der Schüler machte alſo ſeinem Meiſter Ehre. Hr. Gerſtl ward ſehr beifällig aufgenommen und mehrmals gerufen. Die zweite Rolle war Spiegelberg in den„Räubern“, worin Hr. Gerſtl ſich abermals viele Theilnahme zu verſchaf⸗ ſen wußte.— Der 1. Auguſt ſchenkte uns eine neue Oper, die zur Beneſize der Mad. Mink gegeben wurde.„Pom⸗ pejis Untergang“(L' ultimo giorno di Pompei), Muſik von Pacini, be— titelt ſich dies neue Tonwerk, das in ſeinem Vaterlande Italien viel Glük machte. Das Sujet iſt ziemlich einfach und das Programm auf dem Zettel hilft uns noch zur klarern Einſicht. Unbefriedigt bleiben wir aber zulezt, wenn wir ſehen, daß Alles gut ausgeht, daß die Tugend ſiegt und das Laſter beſtraft wird, und dennoch Alles, Freund und Feind unter den Trümmern be— graben werden muß. Auch herrſcht in dieſer Oper eine andere Ordnung der Dinge wie gewöhnlich. Sonſt iſt der Tenor das gute Prinzip und der Baſ⸗ ſiſt der Böſewicht. Diesmal tritt der umgekehrte Fall ein; der Vaſſiſt iſt ein zärtlicher und gutmüthiger Liebhaber und der Tenor ein Intrigant.— Was die Hauptſache, die Muſik anbelangt, ſo hat ſie den Charakter der neuern italieniſchen Schule, nur daß ſie in noch leichterem Style als Bellinis und Donizettis Werke gehalten iſt, ohne doch auch ſo viel Melodie zu haben. Am Gelungenſten iſt die Cavatine der Octavia im erſten, das Duett des Sal⸗ luſtius und der Octavia und die Arie des Apius im zweiten Akte. Die Chöre bieten nichts Ausgezeichnetes dar. Große Sangheroen, wie ſie die erſten Theater Italiens haben, mögen übrigens in dieſer Oper etwas leiſten können, in
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Deutſchland wird ſie nirgends viel Glük machen. So wird ſie auch hier bei wei— tem die Wiederholungen nicht erleben, wie z. B.„Norma“,„die Unbekannte“, „Capuletti““ de.— Die hieſige Aus⸗ führung war im Ganzen gut. Mad. Mink glänzte als Octavia und er⸗ hielt ungetheilten Beifall. Das Uebrige wie gewöhnlich. 8 Wien(29. Juli). Mad. Schrö⸗ der wird im Monate Auguſt einen neuen Gaſtrollen-Cyklus auf dem Hof⸗ burgtheater beginnen. Mad. Schrö— der⸗Devrient wird in Wien erwartet. — Hm Hofoperntheater gab man„Nor- ma“ mit neuer Beſezung. Delle. Löwe als Norma ſang recht nett, aber Delle. Stetter als Adalgiſa geſtel nicht. Herr Wild als Sever, wie immer, klaſſiſch, und Hr. Staudigl, als Orovist, ent— zükend. Breiting wird nächſtens in Aubers„Vrautnacht“ auftreten.— Im Theater in der Leopol dſtadt erſchien, zur Benefize des fleißigen Schauſpielers Ludolph, ein Quodlibet unter dem Ti— tel:„Theatraliſches Pfennigmagazin.“ Obwohl die beſten Mitglieder dieſer Bühne darin beſchäftiget waren, ſo ſprach das Ganze doch nicht an, was wohl ſeinen Grund in der geſchmaklo— ſen Zuſammenſtellung haben mag.— Hr. Weiß, vom k. k. Hofoperntheater, iſt nun wieder für die Leopoldſtädter Bühne gewonnen, wo er noch, als frü⸗ heres Mitglied derſelben, in gutem Andenken ſteht. Wahrſcheinlich wird Hr. Lang nun von dieſem Theater ab— gehen.— Im Theater in der Joſeph— ſtadt ſind zwei Novitäten zum Vor— ſchein gekommen:„Leichtſinn und gu⸗ tes Herz“, Schauſpiel in 1 Akt von Hagenau und„der Berliner Droſchken— kutſcher“, Poſſe in 1 Aufzug von Hrn. v. Holtei. Erſtere Piece iſt recht ar— tig geſchrieben und wird gut geſpielt. Leztere iſt eine anſpruchloſe Kleinig— keit und mag als ſolche paſſiren.—


