DR Om R UNA. 2 Salle, Ella Segel.
Theater.
Peſth(4. Aug.) Nachdem der Hr. Hofſchauſpieler Löwe am 25. Juli den Johann Guttenberg, in dem Schau- ſpiel gl. Namens der Virch- Pfeiffer, und am 26. den Carl Moor gegeben, wiederholte er am 28. Juli den Guido in Raupachs„Corona von Saluzzo,““ und nahm von uns Abſchied. Er gab leztere Rolle, wenn möglich, noch vor— trefflicher als das Erſtemal und riß das Publikum, das ſich überaus zahlreich einfand(wie überhaupt bei allen Gaſt⸗ darſtellungen Löwes) zum wahren En— thuſiasmus hin.—„Johannes Gutten—⸗ berg“ iſt ein, Gottlob! nun wieder ſo ziemlich aus der Mode gekommenes, Ab⸗ theilungsſtük, wobei jede Abtheilung einen andern Titel führt. Guttenberg hat viel Licht über die Welt verbrei— tet, vielleicht mehr als er ahnte; aber bekanntlich iſt auch viel Unheil aus ſei⸗ ner großen Erfindung entſtanden, wo⸗ von die Schriftſtellerei der Weiber nicht das kleinſte ſein mag. Wer weiß, ob er nicht ſeine Invention unterdrükt baben würde, hätte ihm irgend ein Wahrſager angedeutet, daß er nach 400 Jabren in einer Geſtalt auf die Bühne kommen werde, der es an Wahr— heit, Richtigkeit, Haltung und Ge— ſchmak ganz und gar gebricht. Hr. Lö— we machte diesmal eine Ausnahme; ſeine Wahl traf nun auch ein Erzeug—
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niß, das, weit entfernt zu denjenigen zu gehören, die feinem Geſchmake ſolch rühmliches Zeugniß gaben(ſtehe den vorigen Schmetterling), ganz den Stempel der Birch-Pfeifferſchen Muſe an ſich trägt. Der Künſtler that ſein Möglichſtes; allein es ließ ſich aus die⸗ ſem Materiale nicht viel ſchaffen und das Stük machte fiasco.— Hr. Löwe ſchied nun von Peſth, und ſelten mag ein Schauſpieler ſolche einhellige Befriedigung zurükgelaſſen haben.— Eine ſehr erfreuliche Erſcheinung war auch Hr. Gerſtl, Neffe und Schüler des Hrn. Löwe, der zum Erſtenmale in Töpfers Luſtſpiel oder beſſer Voſſe: „Richard Wanderer“ in der Haupt- rolle auftrat. Dieſer Charakter iſt eben ſo unwahrſcheinlich als in ſeiner Ei— genſchaft unſtatthaft. Richard ſinkt zur Karikatur hinab, und ſelbſt in nied— rig⸗komiſchen Piecen dürfte höchſtens ein alter Magiſter, keinesweges ein jugendlicher Liebhaber mit ſolcher lä— cherlichen Manie ausgeſtattet werden. Indeſſen beluſtigt die Sache und ein Schauſpieler von Talent kann darin ſeine Kräfte auf manigfache Weiſe entfalten. Dies that auch Hr. Gerſtl und war überhaupt ſehr glüklich in der Auffaſſung dieſes ſeltſamen Charakters. Er bildete daraus ſo viel als möglich ein Ganzes und er ging von der ſehr richtigen Anſicht aus, die Sentenzen aus den Schauſpielen(er legte auch viele aus den neueſten ein) und ſelbſt


