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alle Gloken! Ein franzoſiſcher Schrift ſteller, Lemonier, hat endlich einmal den Unfug gerügt, den ſich die drama tiſchen und Romanen-Dichter ſeines Vaterlandes, unter den erſten vor Al⸗ len: Victor Hugo, erlauben, alle ihre Giftmiſcher, Verräther, Spione und Banditen zu Italienern zu ſtempeln! Gewiß ſolche Originalien fehlen nicht dem hochgeprieſenen Frankreich, und die Revolution hat in wenigen Jahren mehr Gräuel zu Tage geför dert, als Jahrhunderte in unſerer Halb inſel ſchauten! Echo. München. Vergangenen Frei⸗ tag Nachmittags kam ein wohlgeklei deter Herr zu einer Dame auf den An ger, um ein Zimmer zu miethen. Es war nun wirklich ein ſolches vorhan den; der Fremde beſah u es, miethete daſſelbe, ſezte ſich nieder und ſchrieb einen langen Brief. Unter dieſer Zeit ſuchte der Gauner die Frau auf alle mögliche Weiſe zu entfernen; er bat ſie, ihm Siegellak und Licht herbei zuholen, und war am Ende noch ſo unverſchämt, Tabak zu rauchen, und die Miethfrau um Tabakfeuer anzuge hen. Nach Vollendung ſeines Briefes verlangte der Gauner noch den Haus⸗ und Zimmerſchlüſſel, mit der Bemer kung, daß er ſogleich auf die Polizei gehen werde, um ſich einſchreiben zu laſfſen; aber kaum war er entfernt, ſo

war er und die goldene Uhr ſammt

Kette von Sold verſchwunden, welche die Miethsfrau beinahe unmittelbar vor dem Eintritte des Fremden an die Wand in das Zimmer gehängt hat. D.

München. Die erſten Theile zum Sokel des großen Maximilians⸗ Monuments ſind bereits an Ort und Stelle gebracht worden. Die Ent hül⸗ lung wird zuverläſſig im Oktober ſtatt haben. Seit längerer Zeit geſche

hen hier mehrere Selbſtmorde und es vergeht faſt kein Monat, in welchem nicht ein ſolch trauriger Fall vorkömmt. Eeſt borgeſtern hat ſich ein junger Hutmachergeſell, wie man ſagt, aus unglüklicher Liebe, mit Quekſilber ver⸗ giftet, und ſtarb bald darauf im hie ſigen Krankenhaus. Die Leiche der ſeit fünf Wochen vermißten Hofhutmachers Wittwe Bauer wurde in der Iſar bei Ismaning gefunden. T. Riga. Den ruſſiſchen Juden iſt in einem weitläufigen Geſeze unter Anderm auch verſtattet worden, auf Schulen und Univerſitäten gelehrte Leute zu werden, und wenn ſie's ge⸗ worden ſind, die gelehrten Grade zu erlangen. Sie können dann vom Mi niſterium angeſtellt werden, erhalten durch ihre Titel als Doktoren das Recht perſönlicher Ehrenbürger, in den Haupt⸗ ſtädten zu wohnen u. ſ. w. S. Paris. Von dem Börſenplaze wurden am 28. Jun. 180 Tauben nach Antwerpen losgelaſſen; unter ihnen befand ſich der große Napoleon, der Veteran aller Brieftauben in Frank⸗ reich. Sie trugen ſämmtlich an dem ei nen Flügel eine Abſchrift der telegra phiſchen Depeſche vom Tode Zumala carreguy's. B.. Nürnberg. Hier wird in dem Hauſe Albrecht Dürers von einem Ver ein von Künſtlern und Kunſtfreunden eine umfaſſende Kunſtausſtellung vom 16. bis 51. Auguſt veranſtaltet. Das zu gleicher Zeit einfallende Volks feſt verſpricht den Künſtlern vielen Ve ſuch; der Verein trägt das Porto und beförbert auf Verlangen die Werke auch noch zur ſpätern Kunſtausſtellung in München. Käufliche Werke müſſen mit der Preisangabe verſehen werden. Zu⸗ ſendungen werden bis zum 25. Juli angenommen. A.

Redlialrt von der Re

daktion des Spiegels.