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erre bemerkbar. Dieſes Amphibion von Gutmüthigkeit und Verworfenheit, von Redlichkeit und Schlechtigkeit iſt mit ſolchem Geſchik in Eines zuſam mengeſchmolzen, daß wir eine Zeich nung bemerken, die ſelbſt einen Shak ſpeare zum Schöpfer haben kann. Hr. Löwe gab dieſe Rolle, und wir brau chen nicht erſt zu ſagen, wie er dieſen ſeltſamen, aber nichtsdeſtoweniger nicht widernatürlichen Charakter, mit aller Wahrheit und mit der feinſten und richtigſten Schattirung uns zur An ſchauung brachte. Die liebenswürdige Individualität des Künſtlers trat über all im ſchönſten Lichte hervor, er mochte im Bettlergewande oder als ſtattlicher Ritter erſcheinen. Er entzükte in ſei ner Niedrigkeit, als er vor dem Palaſte Gonzagas bettelte, er erhob mächtig, als er dem Ferrardo den Dolch ent lokte und ihn zur Unterſchrift thigte(eine wunderſam ergreifende Szene) und rührte alle Herzen, als er ſterbend Abſchied nahm. Ach, warum kam doch der Arzt nicht, um den ſchwer Verwundeten zu retten! Sein Tod war doch nicht ſo ſehr bedingt. Wieder ärntete der Künſtler allgemeinen, ein ſtimmigen Beifall des überfüllten Hau ſes, der ſich auch durch mehrmaliges Hervorrufen ausſprach. Von ſeinen Umgebungen verdient Mad. Grill(Ma⸗ riana) eine beſondere Erwähnung. Sie ſpielte mit Wärme und Gefühl, doch war ſie in der Verhörſzene etwas zu überſpannt. Die andern Mitwirkenden waren wieder ſehr mittelmäßig. Die Verſe ſcheinen ihnen beſonders viel zu ſchiken zu geben.(Die dritte Gaſt rolle des Hrn. Löwe war Corregio, den er am 6. d. M. gab.) Am 5. Juli betrat Mad. Forti, als Königin der Nacht, in derZauberflöte, zum Er ſtenmal unſere Bühne. Eine tüchtige Sängerin, die Bravour und Anmuth in ihrer Stimme vereint und den Plaz,

den ſie hier einzunehmen beſtimmt ſein ſoll, gewiß ehrenvoll ausfüllen wird. Sie ward beifällig aufgenommen. Durch das Gaſtſpiel Löwes kommen nächſtens zwei treffliche neue dramati ſche Werke zur Aufführung:Alboin undCorona von Saluzzo. ö J. Mi ndeſese Berlin.(26. Juni.) König⸗ ſtädtiſches Theater.Der Barbier von Sevilla in der Ausführung am 24. Juni hat die Muſikfreunde in hohem Grade befriedigt, und die Gäſte, Olle, Vial und Hr. Bayer, trugen die leb hafteſten Veweiſe der Gunſt des Pub⸗ likums davon. Sie empfingen bei ih rem Erſcheinen Beifalls-Salven, und wenn Olle. Vial durch ihre früheren Leiſtungen ſich dieſe Auszeichnung von uns erworben, ſo war ſie bei dem neuen Gaſt ein Zeugniß, daß man viel von ihm erwarte; die Folge ergab, daß man ſich nicht getäuſcht hatte. Hr. Bayer gehört zu den Tenoriſten erſten Ran⸗ ges, zu deren Zählung man kaum eine Sekunde braucht. Das Notturno, die Arie und das Duett mitFigaro im erſten Akt waren Anlaß zu neuem, verdientem Applaus; nicht minder das, in der Klavier-Szene des zweiten Akts eingefügte Duett aus Donizetti's Oper: Olivo und Pasquale, worin beſon ders die geſchikte und manigfaltige Modulation im Vortrage des Gaſtes ſich kund gab. Die Stimme hat Kraft und Viegſamkeit; ihr Umfang iſt durch den wohlgeübten und netten Anſaz des Falſetts arrondirt, wie denn überhaupt die Schule des Künſtlers voller Aner⸗ kennung werth iſt. Im Spiel zeigte ſich ebenfalls bedeutende Sicherheit. Leider erlauben die Verhältniſſe die⸗ ſem Gaſte nicht, lange bei uns zu ver⸗ weilen; mit vier oder fünf Gaſtſpielen muß er für diesmal ſeinen Zyklus ſchlie ßen.(Er ſoll, wie es heißt, in wich⸗ tiger Angelegenheit wieder nach Peſſt h