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Mittwoch, 9. Juli.

Theater.

Peſth(7. Juli). Am 2. er öffnete der k. k. Hofſchauſpieler, Hr. Löwe ſeinen Gaſtrollen-Cyklus als Garrick, in Deinhardſteins Luſtſpiel:

Juli

Garrick in Briſtol. Was man auch über das genannte Luſtſpiel ſagen mag, kann man doch nicht umhin, als dem geſchäzten Verfaſſer deſſelben auch die Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, daß er darin zwei Charaktere aufſtellte, die großen Künſtlern Gelegenheit zur vollkommenen Entwikelung ihrer Kraft in reichlicher Fülle darbieten. Die Mit⸗ telmäßigkeit mag zwar, was beſonders die Rolle des Garrick betrifft, immer darin ſcheitern, und ſo wie ſie All tags⸗Schauſpieler darſtellen, muß et⸗ was Gewöhnliches und Abgenüztes zum Vorſchein kommen; aber einem Mimen, wie Löwe, der Zierde des Wiener Hofſchauſpiels, kang nur dieſe Aufgabe ſehr erwünſcht kommen, da ihm die Löſung derſelben nur einen ſichern neuen Triumph bereiten kann. Hr Löwe kiſt ein ſchaffender Künſtler, ein Künſtler, der nicht nur den Dichter bis in die Seele verſteht, ſondern der auch deſſen Werk zu vollenden und ſelbſt Lüken auszufüllen und Mängel zu erſezen weiß. Dieſen Doppel Charakter faßt er mit aller ihm zu Gebote ſtehenden Meiſterſchaft auf, und wenn es, uuſerer Anſicht nach, für den Schauſpieler eines der ſchwie

rigſten Themas ſein mag, einen Schau ſpieler im Schauſpiel zu repräſenti ren, ſo hat unſer künſtleriſcher Gaſt noch um ſo Großartigeres zur Aus füh rung gebracht. Er ſtellt den Garrick wie ein zweiter Garrick dar, und ſpielt alls Garrick, wie es ſelbſt ſeinem un ſterblichen Vorgänger Ehre gebracht haben würde. Hr. Löwe ward mit einem Beifall empfangen, der nie enden wollte, und der ſich während ſei nes Spiels und zu Ende deſſelben in noch höherem Grade ſteigerte. Herr Fiſcher(Hild) war ſehr brav; Dem Leynſitt(Sara) angenehm; im Ue brigen Alles ſehr mittelmäßig. Am 4. Juli brachte uns das zweite Gaſt ſpiel des Hrn. Löwe ein neues Schau ſpiel aufs Repertoire:Mariana, nach dem Engliſchen des Sheridan Knowles von F. Treitſchke. Sheridan Knowles iſt einer der erſten engliſchen Schauſpieldichter neueſter Zeit, und genanntes Stük(das auf andern Thea tern unter dem Titel:das Mädchen von Mantua gegeben wird) ſoll eines ſeiner gerathenſten Arbeiten ſein. Was wir aus der Ueberſezung, die dem Ver nehmen nach ſehr frei ſein ſoll, ent nehmen können, iſt, daß das Stük eine wohlangelegte, doch etwas verbrauchte Handlung, einige ſehr wirkende Mo mente, eine hin und wieder poetlſche Sprache und vor Allem originelle und gelungene Charaktere hat. Unter lez tern macht ſich beſonders jenes des Pi-