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lagen gezeigt, und es iſt ihr auch in dieſen Blättern Getechtigkeit wider⸗ fahren worden. Es läßt ſich nicht laͤug⸗ nen, wenn man von dieſer Rolle allein urtheilen könnte, daß ſie auf ihrer Bahn erhebliche Fortſchritte gemacht bat. Sie ward wohlwollend aufgenom⸗ men, und als ſie nach dem vierten Akte geruſen wurde, dankte ſie mit Worten, die Verſen ähnlich ſahen. Hr. Fiſcher war als Vorotin vor trefflich; er wußte durch gefühlvolles Spiel alle Herzen zu rühren. Hr. Grohmann gab den Jaromir etwas zu ſteif. Das kleine artige Stük chen:Warum?, aus dem Franzöſi⸗ ſchen von C. W. Koch, hat gefallen, würde aber ſicher noch mehr angeſpro chen haben, wäre die Darſtellung nicht faſt in allen Theilen verfehlt geweſen. Der k. k. Hoſſchauſpieler Hr. Löwe trifft am 4. Juli auf Gaſtrollen hier ein. Auch heißt es wieder, daß Mad. Schröder-Devrient doch kommen ſoll; beſtättigt ſich dies, ſo kann ſich unſer Publikum auf etwas Außeror dentliches gefaßt machen. Sie ſoll ihre Freude haben, wie gut Alles hier zu ſammengehen wird; denn gewiß wer den alle nöthigen Vorbereitungen dazu getroffen werden. Vorher aber ſoll Mad. Forti auf unſerer Bühne ga ſtiren. Mad. Mink wird unterdeſſen Gaſtrollen in Wien(Joſephſtadt) und in Grätz geben. Wir wollen ſehen, wie ſie dort aufgenommen wird.

E. v. Hagenau.

Wien(17. Juni). Mad. Schrö⸗ der, dieſe durchgehends ausgezeich nete Schauſpielerin, eröffnete am 12. Juni ihren Gaſtrollen-Cyklus auf dem k. k. Hofburgtheater und zwar in SchillersBraut von Meſſina. Was ſollen wir von den Leiſtungen einer Künſtlerin ſprechen, über welche be

reits alle Stimmen ſich vereinigt ba⸗ ben? Der Beifallsſturm, der dieſer Kunſtheroine bei ihrem erſten Auftrit te entgegenbrauſte, drükte die Freude des Publikums deutlich aus, die Ge feierte in jenem Tempel der Muſen wieder zu begrüßen, der ſo lange die würdigere Prieſterin entbehrte. Herr Löwe(Cäſar) und Hr. Anſchütz(älterer Chorführer) ſtanden dem Gaſte r dig zur Seite. Dem. Fournier(Bea⸗ trice) fand ſich nicht zurecht. Wir ſa hen ſeitdem die Schröder in Raupachs Fürſten Chawansky und Schillers Maria Stuart mit gleich ſiegreichem Erfolg gaſtiren.Phädra undMac beth ſollen nächſtens an die Reihe kom⸗ men. Eine Repriſe desKönig Kon radin erheiſchte eine Aenderung in der Beſezung. Delle. Peche als Kon radin und Delle. Piſtor als Klara ge fielen ſehr. Am 10. Juni kam die längſt verſprochene und erwartete Oper des Maeſtro Nicci:Un' avventura di Scarramucia im Hofoperntheater zur Aufführung. Sra. Tadolini als Sadrina und Sgr. Frezzolini k als Tom⸗ maſo ernteten vielen Beifall. Die Chöre waren brav. Außer einem Duett und einem Terzette iſt die Muſik unter der Mittelmäßigkeit und das Ganze ſprach nicht an. Wenn bei der jezigen It a⸗ lomanie eine welſche Oper kalt auf⸗ genommen wird, ſo kann man ſich von deren Werthe leicht einen Begriff ma⸗ chen. Sollte ſie jedoch irgend Jemand gefallen haben, und ſelber ſie par con- sequence zu loben geſonnen ſein, ſo bitte ich inſtändigſt, es möge nicht wieder auf meine Koſten geſchehen! Im Theater in der Joſephſtadt erſchien Der Kerker von Edinburgh. Madam Fiſcher-Achten und Delle. Hill gefielen ſehr. Delle. Jazedé übernahm den Vart der Jenny ex improviso und genügte. Uebrigens kennt man dieſe ex impro- viso! Spiegel ſechterei der Sänger!