47
Hr. Dobrosky und Hr. Illner ſangen paſſabel.— Mad. Pohl-Beiſteiner ga— ſtirte im„Barbier“ als Roſine und erregte große Theilnahme.—„Der bundertjährige Greis vou Angely“ fiel durch, wie es ein ſo erbärmliches und verächtliches Machwerk verdient, deſ— ſen ſchöner Zwek es iſt, das Alter lächerlich zu machen.— Auf der Leo—⸗ pol dſtädter Bühne ſahen wir das„Käth⸗ chen von Heilbronn“ zweimal, bei der erſten Darſtellung Delle. Peroni und bei der zweiten Delle. Hoch als Käth— chen. Beide ſpielten recht nett. Die übrigen Rollen waren gut beſezt.— Im Theater an der Wien herrſcht gro— ße Abwechslung.„Der Maskenball“, „Lumpacivagabundus“ und„Eulen— ſpiegel“ bilden das Kleeblatt der Re— pertoirſtüke. Vei dieſer Gelegenheit kann ich nicht umhin zu erwähnen, daß ein hieſiger Rezenſent in einer Beur— theilung dieſer Bühne Herrn Schickh einen genialen Dichter nennt, und ihn bittet, uns nur recht bald mit einem neuen Produkte ſeiner geſchäz— ten Feder zu überraſchen!! Wenn man ſo was lieſt, fällt Einem unwill⸗ kürlich ſein Stük:„Was nicht oft ein Bankozettel wirkt!“ ein. — Hr. Wild iſt von ſeinen Gaſtrollen in München zurükgekehrt, und da die ital. Opernvorſtellungen nun wirklich beendigt ſind, ſo freuen wir uns, ihn bald zu hören.— Hr. Lang und Mad. Rohrbeck ſind ebenfalls von ihren Gaſt— darſtellungen in Linz und Peſth hier eingetroffen.— Der Kopfrechner Pu g— lieſi hat im Saale der Muſikfreunde eine Akademie gegeben, wobei er eine bewundernswerthe Geſchiklichkeit in der Löſung der ſchwierigſten Probleme an den Tag legte. Leider hat der gute Knabe ſeine Rechnung nicht ge⸗ funden, denn der Saal war unge— mein leer.— Bei den Wettreiten im italien. Geſchmake, das die beiden
Kunſtreitergeſellſchaften der L. be Vach und des Sr. Guerra hier wiederholt geben, findet ſich ſtets zahlreiches Pu— blikum ein. Sr. Bertotto ſtürzte bei der erſten Vorſtellung und laborirt noch immer an den Folgen dieſes Sturzes. Der Applaus bei dieſen halsbrecheri— ſchen Produktionen überſteigt alle Ve⸗ griffe— er übertrifft beinahe den En⸗ thuſiasmus bei den italieniſchen Opern. Adiaphoros.
Mluſik.
Peſt h. Wir haben noch Einiges über ein intereſſantes Konzert zu re— feriren, das am 7. d. M. die beiden ausgezeichneten Virtuoſen Szerwa— czinsky und Amtmann im Re⸗ doutenſaale gaben. Es war ein ziem- lich zahlreiches und gewähltes Audito— rium anweſend, das das Geleiſtete mit der vollſten Befriedigung aufnahm. Hr. Szerwaczinsky ſpielte den erſten Saz eines großen Konzertes von Lipinsky und die Trauervariationen von Pechat— ſchek mit einer ſolchen künſtleriſchen Vollendung, die ihm ſtets eine Mei⸗ ſterſchaft ſichern muß. Er beſizt eine vollkommene Herrſchaft über ſein In— ſtrument, das er auch auf eine Art zu behandeln weiß, die Herz und Gefühl in hohem Grade in Anſpruch nehmen muß. Er ward mit ſtürmiſchem Applaus belohnt.— Hr. Amtmann ließ ſich auf der Flöte in Bravourvariationen über ein Thema von Roſſini, eigener Kom— poſition, und in einem großen Kon— zertſtüke von Fürſtenau hören und zeig⸗ te ſich in beiden Piecen als einen treff— lichen Flötiſten, der Seele und Ge⸗ müth zu rühren verſteht.— Er zau— berte ſanfte, einſchmeichelnde Töne her⸗ vor und der junge Muſiker beurkun⸗ dete eine Fertigkeit, die ihm bereits eine bedeutende Künſtlerſtelle anweiſt.


