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als Gaſtrolle. Sie war ſehr befangen und außerdem ſcheinen noch äußere un günſtige Umſtände auf ſie gewirkt zu haben. Wir hören aber, daß dieſe Schauſpielerin Talent beſtzen ſoll, das ſte auf andern Bühnen ſoll geltend gemacht haben. Zu erwarten ha⸗ ben wir im nächſten Monat Mad. Sch der-Devrient, vom Dresdner Hof⸗ theater, unſtreitig die erſte jezt le⸗ bende deutſche Sängerin. J. Minderleeb.

Wien(20. Mai). Im Hof⸗ operntheater gab man nun auch Bellini'sSonnambula. Vom Thea⸗ ter in d. Joſephſtadt aus war die Mu⸗ ſik dem Publikum bereits bekannt, nur daß deutſche Kehlen ſtatt italieniſche Gurgeln den Klingklang vortrugen. Wenn ein Kompoſiteur in jeziger Zeit ein Duett, ein Terzett und ein Chor fertig hat, auf deren Wirkung er rech⸗ nen kann, flugs ſchreibt er eine Par⸗ titur dazu, in welcher obige Nummern herumſchwimmen wie Leberklöſſe in ei⸗ ner braunen Suppe, und ſiehe da, eine neue Oper iſt fertig. Das Pu blikum geht hinein, langweilt ſich in den nichtsſagenden und nichtsſingenden Recitativen, in dem tollen Schariwari der dämoniſchen Lärmbleche und fin det höchſtens einige Reſſource an ein zelnen Nummern, als da die genann ten Leberklöſſe vorſtellen. Nun iſt es aber Sitte geworden, und dieſe Sitte oder Unſitte iſt beſonders im hieſigen Operntheater heimiſch, derlei Sing ſtüke ad libitum wegzulaſſen und blos die Suppe zu ſerviren. Die Konſequenz der Direktion in ſolchen Dingen ſprach ſich auch diesmal aus. Ein dem Publi⸗ kum lieb gewordenes Duo, kam gar nicht zum Vorſchein, und ſtatt deſſen ſang das Parterre einen ziemlich ver nehmlichen Chor, der die Mißbilligung ſolcher Willkühr ſehr deutlich zu ver⸗ ſtehen gab. Die Direktion möge ſich

dies ad notam nehmen! Die Preiſe ums Dreifache erhöhen und die Opern dafür ums Drittheil abkürzen, das iſt keine Kunſt, dazu brauchen wir keine Italiener. Es wird noch ſo weit kom men, daß nach jeder beliebten Num- mer, die aus beſonderer Herablaſſung für das Publikum nicht wegbleibt, ein Bajazzo mit einem Teller, ſammeln herumgeht. Sammeln, das iſt ja eigentlich der Zwek. Im Theater in der Leopoldſtadt trat Delle. Hoch am 18. als Polixena, in Albinis Kunſt und Natur auf. Wo Delle. Peroni gut war, da war Delle. Hoch ſchlecht und ſo auch umgekehrt. Wenn dieſe beiden Schauſpielerinen einmal dieſe Rolle zuſammen ſpielen wollten könnte das Publikum nur gewinnen. Die übrigen Rollen waren ſo wie bei der erſten Vorſtellung, die wir bereits beſprachen, beſezt. Hr. Hausmann mach⸗ te abermal furore. Am 14. überließ die Direktion des Joſephſtädter Theaters den Ertrag der Vorſtel⸗ lung den Abgebrannten in Ottakrin. Man gabdie reiſende Sängerin und Rataplan, in welch lezterem Delle. Hill das Publikum entzük te. Das Haus war voll. Wir glauben, im Namen der Unglüklichen, den Dank für dieſe groß⸗ müthige Spende ausſprechen zu dürfen. f Das Theater an der Wien bat am 16., zur Veneſize des Hrn. Vo⸗ ſard, wieder ein Meiſterſtük zur Dar⸗ ſtellung gebracht.Der rothe Drache, oder der Erbe von Kaſtanvago, ro mantiſches u. ſ. w. von Karl Wo r⸗ t a u. Ein ſchlechter Wiz, die Wahl dieſes Pſeudo Namens. Ein ganzer Wald von Worten iſt da zu finden, aber die Bäume tragen keine Blüte und keine Frucht, auch kein Nadelholz iſt da, denn nirgend iſt eine Pointe, und vor lauter Worten iſt kein Sinn zu ergründen, wie Mancher, ber den Wald vor Bäumen nicht ſieht.