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8. Mittwoch, 29. April.
Theater.
Peſth(28. April). Nach den Oſterferien ward unſer Theater mit einem neue n Stüke:„Graf Monbelli oder der Vater und ſeine Kinder“ er⸗ öffnet, das uns aber in Wahrheit ſo erſtaunlich bekannt vorkam, daß wir geneigt wären, zu glauben, es ſchon einmal Szene für Szene geſehen zu haben. Aber es muß ſchon ſeit⸗
dem eine ſehr lange Zeit verfloſſen ſein, denn der Geſchmak, der in die⸗ ſem Werke herrſcht, ſchreibt ſich von einem Paar Dezenien her. Es brachte indeſſen ziemlich Effekt hervor, wozu auch das lobenswerthe Spiel der Hrn. Fiſcher und Poſinger, dann der Da—⸗ men Deny, Grill und Leynſitt viel beitrug.— Am 23. April begann Dem. Clara Heinefetter, vom k. k. Hof⸗ operntheater in Wien, als Romeo, in Bellinis„Capuletti und Montecchi“, ihre Gaſtrollen. Eine äußerſt reine, umfangreiche und metallvolle Stimme, die ſich in den tiefern Tönen beſon⸗ ders geltend zu machen weiß, eine ge— bildete Methode und ein größtentheils verſtändiges Spiel, dem nur hie und da etwas Mäßigung zu wünſchen wäre, find Vorzüge dieſer ausgezeichneten Sängerin. Wir wollen keine Verglei⸗ che mit ihrer Vorgängerin, Dem. Sche⸗ beſt, anſtellen. Beide Sängerinen zäh⸗ len den Part des Romeo zu ihren
Paraderollen und haben darin gewiß eigene Vorzüge und aufmerkſamen Zu⸗
hörern wird die Beobachtung gewiß
nicht entgangen ſein, daß die Heine— fetter manche Stellen hervorhob, die bei der Schebeſt verloren gingen und daß daſſelbe vice versa von Seiten der Schebeſt auch, vielleicht noch mehr der Fall war.— Das Publikum nahm die Leiſtung der Dem. Heinefetter ſehr wohlwollend auf; ſie ward mit Applaus überſchüttet, mehrmal und ſogar während des Aktes ſtürmiſch ge— rufen, und faſt ſchien man darüber zu vergeſſen, daß unſere treffliche Mink (Julia) nach ihrer Krankheit zum er— ſtenmal auftrat. Sie ward indeſſen auch wiederholt gerufen.— Hr. Erl ſang heute den Tybalt mit einer ſehr an- genehmen Stimme und entwikelte auch zugleich einen gefühlvollen Vortrag, wodurch er ſich vielen Beifall erwarb. Die Chöre waren, beſonders weiblicher Seits, etwas ſchwach.—(Am 27. trat Dem. Heinefetter in Bellinis„Unbe⸗ kannte“ zum zweitenmale auf, über welchen Part wir aber erſt nächſtens berichten können.)— Am 25. gab man zum Erſtenmal ein komiſches Ballet: „Das Schweizer-Mädchen“(ein ſehr origineller Titel!) von Joſ. Uhlich, zu deſſen Beneſize. Es kommen darin einige ſehr artige Tänze vor, die all⸗ gemein befriedigten. Wir erwähnen nur das Solo von Honorius Uhlich, das Solo von Betti Moſer und das pas


