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len: Karlos(Clavigo), und Vatel (Ehrgeiz in der Küche) in Berlin auftreten. Es iſt nicht zu bezweifeln, daß der große Mime auf dem Schau⸗ plaze von Devrients Wirken die Aner⸗ kennung finden werde, die ſeine Kunſt erwarten läßt; und gern ſtimmten ſeine hieſigen Verehrer in den, dem Gefei erten von Gutzkow dargebrachten Toaſt ein, daß es ihm gelingen werde, die Lorbeerkränze von den Gräbern Iff lands, Flecks und Devrients auf ſein Haupt zu ſammeln. T.

Berlin. Am 2. April trat Hr. Seydelmann, Regiſſeur des kön. Hoftheaters zu Stuttgart, als Gaſt zum Erſtenmale bei uns auf, den Car los in GoethesClavigo und den Kü⸗ chenmeiſter Vatel in der Poſſe:Der Ahnenſtolz in der Küche ſpielend; beiläufig geſagt, eine Poſſe, die an⸗ ſcheinend deshalb zwei Verfaſſer(Seri be und Mazeres) hat, damit jeder nur die Hälſte der Langweiligkeit verſchul de, die das Fazit des Stükes iſt. Herr Seydelmann war uns von einem gewichtigen Ruf längſt angemeldet, und jene beiden Rollen gaben uns ſchon eine inhaltvolle Beſtätigung ſeines Künſtlerwerths. In beiden Aufgaben war der Verſtand das vorherrſchende Element, womit unſer geſchäzter Gaſt in ſicherer, ja ſcharfer Benuzung die Charaktere feſtſtellte, und ſo die kon ventionellen Sophismen des Carlos und die eitelgläubigen des Vatel zur Kon ſequenz brachte, in welcher nur bei der Zeichnung des Lezteren ein gleichſam wie unwillkührlich ſich einfindender

phantaſtiſcher Humor etwas zu ökono-

miſch blieb, ein Humor, der hier aus den Schwächen des Darzuſtellenden ent ſteht, mithin eine Gemüthsſeite hat. Beide Charaktere waren indes in ſich

ganz; dies iſt ein glänzer Beweis der Meiſterſchaft. 8 Warſchau. Ein polniſches Original-Luſtſpiel, das die Sitten im Voraus für das Jahr 1935 ſchildert macht in Warſchau Glük. Die Damen haben ſich über ihr künftiges Loos nicht zu beklagen; ihre Stelle wird durch die Männer vertreten, die in Weiber⸗ müzen, Windeln oc. waſchend, den Zu⸗ ſchauern vorgeführt werden. S.

Allerlei.

Freiburg. Man erzählt ſich hier einen ſonderbaren Fall, der ſich in einem benachbarten Orte zugetragen habe. Vor einem Jahre ungefähr ver⸗ mißte ein Mann plözlich ſeine Frau, ohne ſich einen Grund eines abſichtli⸗ chen Entweichens denken zu können. Alle Nachforſchungen blieben jedoch ver⸗ gebens, bis wan ein paar Tage ſpäter im Rheine einen Leichnam angeſchwemmt fand, der von Jedermann für den Kör⸗ per dieſer vermißten Frau gehalten wurde. Der Mann heirathete ſpäter wieder, und ſchon erblüht ihm die Hoff nung neuer Vaterfreuden, als er vor Kurzem einen Brief erhält, von der Hand ſeiner erſten Frau geſchrieben. Sie war in einem plözlichen Anfall von Geiſtes-Krankheit entlaufen, bis nach Einſiedeln gerathen, wo ſie in⸗ deſſen menſchenfreundlich gepflegt und geheilt wurde. Nachdem ſie wieder zum Bewußtſein ihrer Lage und früheren Verhältniſſe gekommen, war ihr Er⸗ ſtes, ihren Mann in den zärtlichſten Ausdrüken aufzufordern, ſie abzuholen. Der Mann nun von zwei Weibern weiß ſich weder zu rathen, noch zu N

Stuttgart. Im Würtember⸗ giſchen erfror am 9. März ein Müller im Nachhauſegehen von einer Hochzeit. Vei Freudenſtadt wurde noch vor weni⸗ gen Tagen Schlitten gefahren. G.

Redfaltt von der Re

daktion des Spiegel!

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